CBD für Katzen – Luzis erste Erfahrungen

CBD, vor allem als Öl, trendet nun schon seit einiger Zeit. Manche – allen voran Böhmermann – schimpfen es Lifestyle Produkt ohne Sinn oder Nutzen. Andere wollen nicht mehr darauf verzichten, weil sie es als so hilfreich erleben. Auch Tiere, zum Beispiel Katzen und Hunde, sollen von CBD profitieren. Mehr der Not gehorchend denn dem eigenen Trieb probieren wir das Zeug zur Zeit aus. Hier unsere ersten Erfahrungen mit CBD für Katzen.

CBD? Was ist das eigentlich?

CBD steht für Cannabidiol, einem Cannabinoid, benannt nach Cannabis, der Hanfpflanze.

Spätestens ab dieser Information beginnt das schiefe Grinsen bei all jenen, denen ich davon erzähle. Oder das Hochziehen der Augenbrauen. Denn wie man es auch dreht und wendet, für die meisten Menschen ist damit Kiffen verbunden. Und somit haftet CBD zumindest mal die Vermutung von etwas Schmuddeligem an.

Dabei bedeutet CBD nicht THC. Auch THC ist ein Cannabinoid (steckt auch schon im Namen: Tetrahydrocannabinol). Allerdings ist THC der Bestandteil von Cannabis, der high macht. CBD tut dies nicht.

CBD wird vielmehr unterschiedliche Wirkung zugesprochen. Es soll unter anderem entzündungshemmend wirken und an einen Teil des Nervensystems (dem endogenen Cannabinoid-System) andocken, über das noch nicht so wahnsinnig viel bekannt ist.

Cannabinoid-Rezeptoren

Zwei unterschiedliche Cannabinoid-Rezeptoren soll es geben. Der eine findet sich hauptsächlich in Nervenzellen. Der andere befindet sich im Immunsystem und hat auch was mit den Prozessen des Knochenauf- und -abbaus zu tun. Beide Rezeptoren sollen auch bei Katzen und Hunden vorhanden sein.

In der Tat gibt es CBD als Arzneimittel. Es ist allerdings auch als Nahrungsergänzungsmittel am Markt zu finden. Und das eben auch für Katzen und Hunde. Dann allerdings muss es frei von Terpenen sein, denn die können zumindest Katzen nicht verstoffwechseln. Ganz im Gegenteil: Mit terpenhaltigem CBD-Öl würde man die Katze langsam vergiften.

Ob nun für Mensch, Katze oder Hund: Es gibt wenig hilfreiche Informationen zu CBD. Die meisten stammen von den Herstellern, die – hey, sorry – ich nicht als neutral betrachten kann. Auch Infos von Werbenden, die in ihren Beiträgen Gutschein-Codes ausgeben, fallen für mich in diese Rubrik.

Als Arzneimittel kommt CBD jedenfalls nur bei einer speziellen Form der Epilepsie und bei multipler Sklerose zum Einsatz. Als Ernährungsergänzung darf es gar keine Heilversprechen machen.

Ob nun wegen der schwierigen Rechtslage, die sich ja nun bald ändern soll, oder weil CBD-Öl eben etwas Schmuddeliges anhaftet, gibt es kaum nennbare Studien zu dem Thema. So konnte ich natürlich auch kaum etwas finden, das sich mit dem Einsatz bei Katzen und Hunden beschäftigt. Zumindest eine Studie brachte eine Erkenntnis: nämlich die, dass CBD Katzen wahrscheinlich nicht schadet. Das ist ja schon mal was. Allerdings ist auch hier die Datenlage dünn.

CBD für Katzen: Luzis Erfahrungen an Silvester

Das Jahr hat auch für Luzi mal wieder mit der schlimmsten Nacht aller Nächte gestartet: Silvester. Zumindest war es nunmehr der zweite Jahreswechsel ohne große Böllerei. Doch auch dieses Jahr konnten einige die Finger nicht von Raketen und (den besonders schwachsinnigen) Böllern lassen.

Für Luzi war es jedenfalls der erste Jahreswechsel unter dem Einfluss von CBD.

Wenngleich ich anmerken muss: Auch mit CBD fand Luz Raketen noch immer schlimm. Ich kann also nicht sagen, was gewesen wäre, hätten wir vor dem Haus kriegsähnliche Zustände wie die Jahre zuvor gehabt.

Bei den vereinzelten Raketen in der Nachbarschaft ist Luzi aber nicht sofort aufgesprungen, um dann angstgepeinigt durch die Wohnung zu laufen. Stattdessen hat sie mich nur kurz besorgt angeschaut und sich dann kuscheln lassen. Und das Grundgetöse aus der weiteren Umgebung, das früher schon für ihre Unruhe gesorgt hätte, hat sie dieses Jahr komplett ignoriert.

Unsere Erfahrungen mit CBD für Katzen zum Jahreswechsel sprechen also von einem klaren Daumenhoch. Zwei Tröpfchen ins Abendfutter zusätzlich zur mit Freude angenommener Corona-Verordnung haben sozusagen Wunder bewirkt.

Das große Beitragsbild oben zeigt Luz übrigens kurz vor Mitternacht. Nach Mitternacht lag sie noch immer an derselben Stelle.

Unsere Erfahrungen mit CBD für Katzen als Schmerzmittel

Nun habe ich das Experiment aber nicht in Hinblick auf Silvester gestartet. Bei uns geht es vielmehr um den antientzündlichen, damit schmerzlindernden Faktor, der CBD zugesprochen wird. Denn: Arthrose-Luzi verträgt nicht länger Metacam. Oder sagen wir besser: den Wirkstoff von Metacam, also Meloxicam. Da braucht sich also der Hersteller nicht auf den Schlips getreten zu fühlen. Die Aussage trifft auch für alle anderen Hersteller zu, die Meloxicam unter welchem Namen auch immer vertreiben.

Meloxicam als Dauertherapie

Wenngleich Meloxicam für die Dauertherapie zugelassen ist, ist die Datenlage für Katzen doch eher übersichtlich. Aber was nützt einem eine deutlichere Datenlage – auf das Individuum kommt es an. Und dessen Magenschleimhaut mag Meloxicam nicht länger ertragen.

Drei Monate ist das Ganze gutgegangen. Dabei hatte ich mich an die Empfehlung gehalten, mit so wenig wie möglich von dem Schmerzmittel auszukommen. Es gar intermittierend zu geben. Also phasenweise ganz darauf zu verzichten. Aber dann hatte Luzi Blut erbrochen – und Grund dafür war das Meloxicam.

Nun wäre der nächste Schritt, Luzi zum Schmerzmittel einen Magensäurehemmer zu geben. Den haben wir auch getestet. Zur Beruhigung der gestressten Magenschleimhaut sollte Luzi zwei Wochen Omeprazol einnehmen. Nur leider verträgt Luz auch das Omeprazol nicht gut. Weicher Stuhlgang und übelriechende Pupse gelten da als unerwünschte Nebenwirkungen, die Luz leider beide hatte.

Und hier kommt nun CBD ins Spiel. Doch leider gehört zu unseren Erfahrungen mit CBD für Katzen, dass ich hier kaum eine sinnvolle Erkenntnis gewonnen habe.

Unsere Erfahrungen mit der Dosierung von CBD-Öl für Katzen

Seit zwei Wochen gebe ich Luzi nun von einem fünfprozentigen CBD-Öl. Darauf gestoßen war ich, als ich nach Teufelskralle für Hunde und Katzen gesucht hatte. Teufelskralle soll nämlich auch ganz toll bei Arthrose sein. Allein kann Luzi Teufelskralle überhaupt gar nicht leiden. Aber das nur so nebenbei.

Der Shop, in dem ich suchte, hatte dann zwar keine reine Teufelskralle, dafür aber das CBD-Öl. Bevor ich das bestellte, hatte ich aber erst einmal Rücksprache mit unserer Tierärztin gehalten. CBD-Öl könne ich Luzi ruhig geben, hieß es. Viele ihrer Patienten würden von dem Öl profitieren.

Bei der Bestellung entschied ich mich dann für die Variante mit 5 Prozent CBD. Alternativ hätten noch 10 Prozent zur Auswahl gestanden.

Ein bis vier Tropfen sollte ich nun laut Hersteller Luzi geben. Eigentlich wollte ich mit einem Tropfen vorsichtig starten – es wurden aber gleich direkt zwei. Was daran lag, dass so ein Tropfen echt nur ein Tröpfchen ist und ich dachte, ich hätte da bestenfalls nur ein halbes aus der Pipette gedrückt.

Ein Tropfen CBD am Tag bewirkt … nicht viel

Mittlerweile weiß ich: Ein Tröpfchen am Tag reicht völlig aus, bewirkt aber nicht viel. Zwei Tropfen hingegen sorgen direkt für übermäßige Schläfrigkeit. Oder für die passende Gemütslage für so schlimme Tage wie Silvester.

Aber ob der eine Tropfen nun für Schmerzfreiheit oder zumindest für Schmerzreduktion sorgt? Ich habe keine Ahnung. Leider antwortet Luz auf Nachfrage ja nicht.

Was ich hingegen sehe, sind Anzeichen dafür, dass die Arthrose Luz wieder plagen könnte:

  • kein täglicher Stuhlgang
  • häufigeres Trinken (ja, alle Organwerte sind gut)
  • große Schläfrigkeit

Normalerweise hätte ich schon längst wieder zum Meloxicam gegriffen. Aber das kann ich Luzi nur noch vereinzelt geben, sonst reagiert wieder die Magenschleimhaut. Die ich nicht mit Omeprazol beruhigen kann, denn dann bekommt Luz wieder zu weichen Stuhl und stinkende Pupse.

Der Punkt ist jedenfalls: Eine schöne Dosis Meloxicam – und schon zeigt sich Luzi agiler und fitter. Ein Tropfen CBD ins Frühstück – und Luzi wirkt insgesamt gechillter und eher müde denn agil.

Im Moment zweifle ich also jeden Tag, wie es weitergehen soll. Aktuell gebe ich Luzi für den leichteren Stuhlgang fast jeden Tag etwas Lactulose. Die hat bei Luz aber den blöden Effekt, dass sie entweder gar nichts bewirkt – oder direkt für Durchfall sorgt.

Eine Vermengung von weiteren Wirkstoffen will ich aber vermeiden. Dass CBD und Omeprazol sich nicht verstehen, habe ich schon gelesen. Wie es mit CBD und Meloxicam steht, konnte ich noch nicht herausfinden. Sicherheitshalber würde ich also immer erst einmal einen CBD-freien Tag einlegen, bevor ich Luz mal ein oder zwei Tage Meloxicam gebe.

Die Situation gestaltet sich also tendenziell schwierig. In dem Kontext erscheint es aber doch als sehr erleichternd, dass Luz nach wie vor gerne ihre Pfoten über Poolnudeln hebt, ihre Rampe läuft, auf dem Ball steht und ihre kleine Treppe hoch- und runtersteigt.

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