Alte Katzen schlafen viel, denn Alter ist kein Kindergeburtstag

Nicht nur alte Katzen schlafen viel. Aber alte Katzen brauchen einfach noch mehr Ruhe als früher, da sie noch jung und knackig waren. Schon allein deshalb tauchen auf diesem Blog immer wieder Bilder von der Luzi oder dem Joschi in ihren schönsten Schlafposen auf. So vor allem in dem Beitrag über die süße Versuchung schlafender Katzen (der mit Abstand Romys liebster ist).

Wenn es alten Katzen zudem gerade nicht so gutgeht, dann schlafen sie gleich noch mehr. Altwerden ist halt kein Kindergeburtstag.

Katzen sind nicht Weltmeister im Schlafen

Wenn man mit einer ständig schlafenden Katze zusammenlebt, könnte man auf die Idee kommen, dass Katzen im Ranking der Schlafenden ganz vorne mit dabei seien. Dem ist aber gar nicht so.

Gesunde junge Katzen bringen es nur auf plus/minus 16 Stunden am Tag. Die Angaben, die man dazu findet, variieren allerdings relativ stark. Demnach soll es auch Vertreterinnen ihrer Art geben, die mit zwölf Stunden auskommen. Kitten hingegen brauchen schon ihre zwanzig Stunden Schlaf.

Ich selbst hatte ja noch nie mit einer jungen gesunden Katze zu tun. Seit Luzi bei mir lebt, gilt sie als Seniorin. Und so richtig gesund war sie noch nie. Aber ich habe auch noch nie die Stoppuhr benutzt, um herauszufinden, wie lange die Luzi nun wirklich schläft. Gefühlt waren es jedenfalls schon immer mindestens 16 Stunden am Tag.

16 Stunden? Darüber kann so ein Koala-Bär nur müde lächeln. Koalas gelten nämlich als die Könige des Schlafens. Mit 22 Stunden pro Tag müssen sie sich in den verbleibenden zwei Stunden schon ganz schön strecken, um auf die nötige Tagesration Eukalyptus zu kommen. Koalas laufen also echt Gefahr, während des Schlafens zu verhungern.

Das kann Luzi jetzt nicht passieren. Zwischen all den vielen Schläfchen, die sie am Tag so hält, achtet sie akribisch darauf, oft genug zu futtern. Und das gilt sogar, wenn ihr der Bauch mal wieder zusetzt.

Denn das ist der Punkt, der zu dem vielen Schlafen ob des Alters hinzukommt: Krankheit. Alte Katzen sind zwar nicht zwangsläufig kranke Katzen. Aber alte Katzen haben leider oft mehr oder weniger große gesundheitliche Probleme. Und das kennen wir auch von uns selbst: Wenn es uns nicht gutgeht, ziehen wir uns von der Welt zurück.

Alte kranke Katzen schlafen viel …

… Joschi, 17 Jahre, nierenkrank, Ohrenschmerzen

Kater Joschi schläft gerne auf dem Balkon - foto: Romy
Alter und Ohrenschmerzen halten Joschi nicht davon ab, auf dem Balkon zu schlafen. foto: Romy

So ganz genau weiß ich gar nicht, wie viel und lange der Joschi normalerweise schläft. Was ich hingegen kenne, das ist der Anblick, den er und Romy mir bieten, wenn ich im Winter tagsüber vorbeikomme. Dann sitzt sie im Homeoffice am Küchentisch, während Joschi neben ihr auf einem Stuhl liegt.

Früher war das Cobis Lieblingsplatz. Aber Cobi lebt seit dem Herbst leider nicht mehr. Also hat Joschi seinen Platz eingenommen. Und leider hat er auch Cobis Nierenkrankheit übernommen.

Dieser Anblick am Küchentisch ist dann immer einer für die Götter. Damit dem Kleinen nicht kalt wird, wickelt Romy um den Stuhl eine Decke, die ihn vor Zugluft schützen soll. Dabei gibt diese Decke diesem normalen Stuhl den Charme eines Kinderhochsitzes. Aus dem der Joschi mich dann immer mit wachen, neugierigen Augen anschaut. Denn das können Katzen auch: von null auf hundert wieder wach sein.

Aktuell leidet das Joscherl nun an einer schlimmen Ohrenentzündung. Wie auch immer es dazu kommen konnte. Aber wer wie ich (als Kind) böse Erfahrungen mit entzündeten Ohren gemacht hat, weiß, wie übel das ist. Dann wundert es auch nicht, dass Joschi zuletzt gar nicht mehr futtern oder trinken mochte.

Nun ist Joschi aber irgendwie nicht der Typ, der unter Schmerzen seine Schlafgewohnheiten groß ändert. Sicherlich wird er mehr Ruhe brauchen als sonst. Aber noch immer legt er sich zum Schlafen auf den Balkon. Und wenn da sein absoluter Lieblingsplatz (eine Bank) nicht mit einer Decke zum Zelt bereitet wurde, nimmt er halt den Tisch oder einen der Stühle dort.

… Luzi, 18 Jahre, immer wieder Bauchschmerzen, Arthrose

So ganz genau weiß man es nicht, ihr Geburtsjahr ist nur eine Schätzung. Aber irgendwie passt es schon, dass Luzi mittlerweile volljährig sein soll. Und damit kann sie sich durchaus rühmen.

Bei ihrem letzten Arztbesuch war es jedenfalls fast wie ein Wettstreit. Da kam ein Mann mit Katze ins Wartezimmer und fragte als Erstes, wie alt meine sei. Sag ich: »Wahrscheinlich achtzehn. Und Ihre?« Fast enttäuscht, das nicht toppen zu können, antwortete er: »Sechzehn.«

Alte Katzen schlafen gerne und viel an einem ruhigen Ort. So die Luzi auf ihrem Schlafplatz.
der übliche Anblick, mindestens 18 Stunden am Tag

Mit ihren 18 Jahren gehört Luzi also zu den wahrlich alten Katzen und entsprechend gehört Schlafen zu ihren Lieblingshobbys. Früher fand das immer auf meinem Bett statt, das war gar keine Frage. Mittlerweile bevorzugt sie ihren eigenen Schlafplatz und kommt nur noch zum Kuscheln zu mir. Oder einfach so – wie oben im großen Beitragsbild.

Aber ob nun gemeinsam auf dem großen oder alleine auf ihrem kleinen Bett – Luzi hat schon immer gerne und viel geschlafen. Und besonders viel hat sie schon immer gepennt, wenn ihr der Bauch wehtat.

Was überhaupt die Erkenntnis des bisherigen Jahres ist: Schon immer war es der Bauch. Klar, die Zähne waren anfangs sehr schlimm. Aber die Versprechung, dass sich mit der Sanierung auch die Verdauungsprobleme verbessern könnten, hat nicht gegriffen.

Dann hieß es, alles sei durch die Psyche bestimmt. Klar, kann gut sein. Eine Form der Therapie für diese Diagnose erhielten wir aber nie.

Schließlich war an allem die Arthrose schuld. Schlechtes Kacken wegen schmerzender Hüfte. Meine Physio hatte an diesem vermuteten Zusammenhang schon immer ihre Zweifel.

Nun wird mir immer klarer: Die Zähne waren Mist, die Arthrose ist es auch. Aber über alles ist die Magen-Darm-Problematik in den Hintergrund gerückt. Und die dürfte mittlerweile chronisch sein – und sorgt viel mehr als die beiden anderen Probleme dafür, dass die Luzi viel schläft.

Alte Katzen brauchen viel Ruhe – aber auch Abwechslung

Im Kontext gesundheitlicher Probleme ist es gar nicht so leicht, immer die passende Mischung aus Ruhe und Aktivität zu finden. Alte Katzen schlafen auch ohne gesundheitliche Probleme schon viel. Mit Krankheit oder sonstiger Einschränkung aber pennen sie noch mehr. Und das kann auch kontraproduktiv sein.

Nehmen wir die Arthrose. Schmerzende Hüften oder Knie oder sonstige Gelenke sind nicht schön. Aber Arthrose bedeutet vor allem Anlaufschmerz. Was bedeutet, dass es mit Bewegung besser wird. Vermehrte Ruhe ist in dem Sinne also komplett falsch.

Doch was tun, wenn die Katze wie die Luz zudem wegen Bauchschmerzen ruhebedürftig ist? Auch dann sollte man sie sicherlich immer wieder mal zur Bewegung animieren. Aber insgesamt gilt es in dem Fall doch eher, das Ruhebedürfnis zu respektieren.

Es ist also ein bisschen eine Gratwanderung. Wann darf ich die Seniorin um ein bisschen Schönheitsschlaf berauben? Wann sollte ich sie besser schlafen lassen? Wie gesagt: Altwerden ist kein Kindergeburtstag. Da braucht es schon ein wenig Einfühlungsvermögen, um das richtige Maß zu finden.

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2 Kommentare

  1. Hallo Britta,

    habe einige Beiträge deines Blogs nun gelesen und schöpfe dadurch neue Hoffnung.

    Was für Übungen kannst du einer Diabetiker-Katze empfehlen (Untergewicht), die schwache Hinterläufe hat?

    Normalerweise gehe ich viel mit ihr raus, was aber leider sehr wetterabhängig ist…

    Viele Grüße

    1. Hallo Alex,

      leider kenne ich mich mit Diabetes gar nicht aus. Und auch Untergewicht ist hier kein Thema. Ich weiß also nicht, was es da speziell zu beachten gibt.

      Schwache Hinterläufe hat die übergewichtige Luz aber auch. Und da hat man mir damals die Stehübung empfohlen. Das bedeutet, Füße hinten auf dem Boden, die Pfoten vorne anfänglich nur leicht, später mehr erhöht. So liegt das Gewicht auf den Hinterläufen. Ziel: Zwei Minuten am Stück soll sie es halten können. Später kann der Untergrund auch unstet sein (z.B. durch ein Balancekissen).

      Sehr hilfreich ist aber auch das Cavaletti-Training, also das Laufen über Stangen. Und natürlich das Laufen auf einer Rampe, mittlerweile seniorengerecht.

      Für alles gilt: Nicht übertreiben! Lieber 3x am Tag 5 Minuten als 1x länger. Und immer aufhören, bevor deine Katze keine Lust mehr hat. Das Ganze soll langfristig Spaß machen!

      LG, bk

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