Trampolin aus Karton für Katzen selber machen

Ein großer Karton, der schon eine ganze Weile in meinem Flur herumstand und nun den Platz dort nicht länger einnehmen konnte. Was kann man damit machen?, fragte ich mich. Irgendwas für Luzi. Nur was? Darauf hoffen, dass sie es sich darin bequem macht, funktioniert bei ihr jedenfalls nicht: Luzi sind Kartons nämlich egal. Also schaute ich mal wieder in Katze allein zu Haus, dem Bastelbuch von Heike Grotegut für Wohnungskatzen. Und fand eine Anleitung für ein Trampolin aus Karton.

Okay, eigentlich ist es eine Anleitung für eine Hängematte aus Karton. Doch legt sich die Luz dort nicht gemütlich hinein. Wir benutzen die Hängematte als Trampolin und machen damit gelenkschonende Turnübungen!

Material für ein Trampolin aus Karton

Für die Herstellung eines solchen Trampolins braucht es – man höre und staune – einen Karton. Meiner ist relativ groß: 60 Zentimeter breit, 40 Zentimeter tief und 35 Zentimeter hoch. Viel kleiner sollte er aber auch nicht sein. Immerhin reden wir hier von einer 5-Kilo-Katze, die vielleicht nicht besonders groß, aber auch nicht allzu klein ist.

Darüber hinaus kommt mal wieder eine Fleecedecke zum Einsatz. Auch die hatte ich noch in meinem Bestand, sodass es sich bei dieser Bastelarbeit für ein Trampolin aus Karton tatsächlich einmal mehr um echtes Upcycling handelt.

Für die Herstellung braucht es zudem:

  • eine Schere
  • einen Cutter
  • ein Lineal
  • Gewebeklebeband
  • doppelseitiges Klebeband

Mit anderen Worten: Die üblichen Utensilien, die es in einem Bastler-Haushalt ohnehin geben sollte.

Den Karton stabilisieren

Beim Basteln habe ich mich ganz an die Anleitung aus dem genannten Buch gehalten. Das heißt, ich habe als Erstes meinen Karton zurechtgestutzt und stabilisiert. Das Zurechtstutzen war in meinem Fall nötig, da der Karton tiefer als hoch ist. Die Elemente, die den Deckel ausgemacht haben, musste ich also mit dem Cutter kürzen, um sie nach innen klappen zu können. Dort habe ich sie dann, der Anleitung entsprechend, mit dem Gewebeband festgeklebt.

Ausbesserungen am Karton als solches musste ich nicht vornehmen. Ausgerissene Ecken oder Kanten gab es keine. Muss der Karton entsprechend verstärkt werden, ist hier das Gewebeband auf jeden Fall das Klebeband der Wahl. Es ist an sich sehr fest, klebt sicher, lässt sich andererseits aber auch wieder gut entfernen.

Die Fleecedecke zuschneiden

Nun gilt es, die Fleecedecke auf die passende Größe zu bringen. Entweder macht man sich die Mühe und misst dafür mit dem Lineal den Karton genau aus. Oder man folgt der Anleitung und stellt den Karton einfach auf die am Boden ausgebreitete Decke.

Wichtig ist nur: Die Fleecedecke muss in Länge und Breite jeweils wenigstens 30 Zentimeter größer sein als der Karton. Dadurch entsteht an allen Seiten ein Rand von 15 Zentimetern.

In meinem Fall sind es sogar mehr. Ich habe meine Randzugabe nämlich gar nicht mit einem Lineal ausgemessen, sondern die Fleecedecke einfach Pi mal Daumen mit einer Schere zugeschnitten. Die Decke war ohnehin wegen starken Gebrauchs und häufiger Wäschen in sich schon sehr verzogen.

Aus dem Karton ein Trampolin machen

Nun geht es nur noch darum, die Fleecedecke am Karton so befestigen, dass daraus ein Trampolin wird.

Hier kommt das doppelseitige Klebeband zu Einsatz. In der Anleitung heißt es, dass man damit den oberen Kartonrand umwickeln soll. Ich war mir nicht sicher, ob ich das richtig verstanden hatte. Mir schien es dann aber wohl so gemeint, dass das Klebeband im oberen Bereich aller Seitenteile des Kartons befestigt werden soll. Also habe ich zwei Bahnen doppelseitiges Klebeband rund um den Karton geklebt, sodass eine Klebefläche mit einer Höhe von circa 10 Zentimeter ab dem oberen Rand der Kartons entstanden ist. Noch eine Runde, sodass die Klebefläche 15 Zentimeter hoch wäre, habe ich mir gespart.

Wenn die Fleecedecke nicht schon beim Zuschnitt am Boden lag, sollte das zugeschnittene Stück spätestens jetzt dort liegen. So ist es nämlich am einfachsten, den Karton zentriert darauf zu positionieren und die Decke an den Klebeflächen zu befestigen.

In der Anleitung heißt es, dass die Decke fest verspannt angebracht werden soll. In meinem Fall war das gar nicht so einfach. Je fester ich die Decke spannen wollte, umso mehr gaben die Seitenteile nach. Durchhängen soll die Decke aber zu diesem Zeitpunkt auf keinen Fall. Denn nachgeben soll die Hängematte/das Trampolin ja erst, wenn sich die Katze darauf niederlässt. Die Devise lautet also: Die Decke sollte straff verklebt sein, aber eben auch nicht zu straff.

Noch mehr Stabilität erstellen

Für noch mehr Stabilität könnte nun noch ein Tacker zum Einsatz kommen. Da ich tatsächlich keinen passenden Tacker für einen solchen Zweck (zwei Lagen Karton plus zwei Lagen Decke) besitze, habe ich darauf verzichtet. Ansonsten würde ich wahrscheinlich einmal rund um den oberen Rand herum mit einem Abstand von vielleicht drei bis vier Zentimetern vom Rand alle zehn bis fünfzehn Zentimeter tackern.

So sieht bei mir das Trampolin eigentlich aus wie ein Karton, über dem eine Tischdecke liegt. Und zur weiteren Befestigung habe ich nun die Ränder der Decke mit Gewebeband am Karton festgeklebt. Übrig bleiben die vier Ecken, die einfach nur wie bei einer Tischdecke herunterhängen.

Diese Zipfel findet Luzi übrigens auch ganz toll. Daran kann sie nämlich mal wieder von Herzen zupfen.

Das erste Mal auf dem Trampolin

Wie so oft war Luz beim Basteln neugierig dabei. Also wollte ich sie, als das Trampolin fertig war, nicht lange warten lassen. Zu neugierig war nämlich auch ich. Ich wollte unbedingt wissen, wie sie auf ihr Trampolin reagieren würde. Und ob das Ganze einer 5-Kilo-Katze standhalten würde.

Letztlich war ich wohl aufgeregter als die Luz. Wenn ich geahnt hätte, wie furchtlos, da ausschließlich Leckerli-orientiert, sie auf dieses Karton-Trampolin springen würde, hätte ich das Ding schon längst gebastelt!

Seither machen wir regelmäßig Turnübungen auf dem Teil. Wie in den Bildern oben: Beugen, strecken, ausbalancieren, klettern – das alles kann einer reiferen Katzendame nicht schaden.

WHOOOP!

WHOOOP! – das ist das Geräusch, das das Trampolin macht, wenn Luzi draufspringt. Ein bisschen klingt das wie eine leise, tiefe Basstrommel. Umso schöner, dass ich auch ohne Leckerli seither immer wieder mal ein WHOOOP höre und dann die Luz auf ihrem Trampolin stehend vorfinde.

Und weil ich mir schon gedacht habe, dass sie auch alleine mal draufhüpft, steht das Trampolin weitgehend kippsicher angelehnt an Bett und Wäschekorb.

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