Meine Katze spricht mit mir: Luzi hat viel zu erzählen

Luzi ist definitiv, neben allem anderen, was das Leben mit ihr schön macht, eine akustische Bereicherung. Offenbar hat Luzi viel zu erzählen. Oder sie hat gelernt, dass es zielführend ist, viel zu maunzen. So oder so: Meine Katze spricht mit mir, das steht außer Frage. Also antworte ich. Alles andere wäre ja auch unhöflich. Und so entstehen immer wieder wunderbare Dialoge zwischen meiner Katze und mir.

Wenn Luzi und ich uns unterhalten, klingt das oft so:

Luz: Miauuuuu!!!!
Ich: Ja, Schatz.
Luz: Mrrriau!!!!
Ich: Du hast ja so recht, Süße.
Luz: Mrrrrrrrrriauuuuuuu!!!!
Ich: Aber sicher doch, Schatz.
Luz: Mrrrrrrrrriaaaaaauuuuuuu!!!!!
Ich: Hmhmm…

Erinnert irgendwie an ein altes Ehepaar, oder? Wenn es mir gar zu bunt wird, sage ich dann auch noch meist:

Du hast eine so schöne Stimme, mein Schatz!

Dabei frage ich mich dann immer, ob sie die triefende Ironie in meinen Worten erkennt. Zwar liebe ich es, dass meine Katze mit mir spricht. Aber für eine, deren Arbeitsplatz sich ausgerechnet im Revier einer Quasselstrippe befindet, ist es nicht immer so ganz leicht zu ertragen.

Luzis Repertoire an Lauten

Tatsächlich habe ich mich an die Beschallung mittlerweile derart gewöhnt, dass Joschi und Cobi auf mich immer wie absolute Schweiger wirken. Romy sieht das anders, und ich mag mich durchaus täuschen – schließlich lebe ich nicht im Revier der Jungs. Aber wenn sich einer der beiden mal wieder nahezu lautlos anschleicht, dabei mit Blicken und wahrscheinlich Düften kommuniziert, wähne ich mich in überraschender Lautlosigkeit.

Neben der Häufigkeit ihrer Laute ist zudem Luzis Repertoire beeindruckend. Um ihre Äußerungen besser einordnen zu können, hatte Romy mir das Buch Die geheime Sprache der Katzen geschenkt, das ich dann auch rezensiert hatte. Wenngleich ich mit Phonetik nie viel am Hut hatte, hat mich das Buch als eine, die mal Sprachwissenschaften studiert hat, so sehr interessiert, dass ich es komplett durchgearbeitet habe. Bis zu der Stelle ganz am Ende, da von dem zustimmenden nordschwedischen Einatmen die Rede ist. Das hatte zu einiger Verwirrung geführt und mich davon überzeugt, dass Luzi aus Nordschweden stammen muss. Aber das ist eine andere Geschichte.

Dank des Buches weiß ich nun also, dass Katzen eine ganze Menge unterschiedlicher und wohl auch im weiteren Sinne bedeutungstragender Laute von sich geben können. Luzi ist nicht bei allen dabei, aber sie kann:

  • miauen und gurr-miauen
  • fiepen und quieken,
  • jammern,
  • knurren und fauchen,
  • quaken,
  • schnaufen und schnarchen
  • und natürlich ganz herrlich schnurren.

Ja, quaken. Andere Katzen mögen zwitschern und schnattern. Aber meine Maus gibt beizeiten den Frosch. Schnaufen meint, dass Luzi sehr oft hörbar Luft ausstößt. Das klingt dann wie ein »uffff« und erinnert sehr an einen Laut, den ich sonst nur von viel größeren Miezekatzen kenne: von Tigern.

Schnarchen kann sie jedenfalls wie keine Zweite. Dass ich das mal sagen würde: Gibt es etwas Schöneres, als neben einer schnarchenden Katze einzuschlafen?

Meine Katze spricht Kölsch

Wichtiger jedoch war die Erkenntnis, dass Katzen Dialekte entwickeln. Als echt kölsches Mädche spricht meine Katze mit mir also op Katzen-Kölsch. Das mag so manche Besonderheit erklären. Vielleicht sogar das Tiger-Schnaufen. Das machen die beiden Kater (einer kommt vom Land, der andere aus Düsseldorf) nicht. Die kölschen Katzen einer Freundin hingegen schon.

Wenn sie mich von einem ihrem Lieblingsplätze in der Küche begrüßt, lautet es jedenfalls meist: »ey a«. Ich interpretiere das als ein freundliches Hallo.

Luzi bei der Arbeit: Katze tretelt
»Dat Trömmelche« nenne ich diese versierte Massagetechnik meiner kleinen Physiotherapeutin

Einen anderen speziellen Laut höre ich immer von ihr, wenn ich ihr mal wieder die atmende Matratze gebe und sie anfängt, auf mir zu treteln. Der Laut, irgendwo angesiedelt im Bereich des Gurr-Miauens, klingt wie »mmrrrä!« und ist dann immer gepaart mit einem recht strengen Blick. Keine andere Situation, in der sie mich so streng anschaut und dabei »mmrrrä!« von sich gibt.

Was soll das bedeuten? Romy und ich haben das lange diskutiert. Bis Romy mich schließlich von folgender Übersetzung überzeugt hat: »Bist du aber mal wieder verspannt!« Das muss es sein! Immerhin sprechen wir hier von meiner kleinen Physiotherapeutin. Was sonst soll sie sagen?!

Gequältes Maunzen vor dem Klo

Katzen, so dachte ich früher, würden ihr Geschäft in aller Stille erledigen. Dann kam Luz. Sie kann ja nichts für meine Wahl des Katzenstreus, aber allein ihr begeistertes Scharren schallt durch die gesamte Wohnung. Das ist nicht tragisch. Hinzu kommt aber leider, dass sie allzu oft vor dem Stuhlgang dieses spezielle, sehr gequält klingende Maunzen von sich gibt.

Nun ist Verdauung hier ein sehr großes Thema. Fast möchte ich sagen, es ist ein großes Thema gewesen. Schließlich ist seit unserem letzten Tierarzt Termin geklärt, dass organisch alles in Ordnung ist. Luz erledigt ihren Big Deal seither auch jeden Tag. Es gibt aber immer wieder Tage, an denen sie den Akt mit besagtem Maunzen ankündigt oder gar untermalt. Und das geht mir immer noch durch Mark und Bein.

Alles in allem muss ich sagen, dass ich es genieße, wie meine Katze mit mir spricht. Vielleicht bin ich manchmal ein kleines bisschen genervt. Aber würde sie eines Tages das Gequassel einstellen, ich würde es schmerzlich vermissen.

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