Luzi und ihre Katzen Zahn OP

Nach langen Wochen des Wartens auf den Termin ging es dann doch irgendwann ganz schnell. Luzis Katzen Zahn OP stand an. Ein Donnerstag im März, einer der wenigen extrem regnerischen Tage, die wir 2019 in Köln so hatten. Ich erwähne dies, weil es so sehr zur Stimmung des Tages passte. Luzi war das wahrscheinlich egal. Sonnenschein hätte ihr jedenfalls auch nicht geholfen.

Achtung – nichts für das zarte Gemüt:

In diesem Beitrag kommen Fotos Luzis extrahierter Zähne und Wurzelfragmente vor.

Von wegen rosa Brille!

Der Termin war für 9:00 Uhr morgens festgelegt. Für uns bedeutete das Aufstehen um 6:00 Uhr. Grund dafür war das Medikament, das ich Luz verabreichen musste. Gabapentin, kurz »Gaba«, kannten wir schon vom Hausbesuch unserer Tierärztin. Damals hatte das gut gewirkt, binnen zwei Stunden hatte Luz die Welt nur noch in Rosarot gesehen.

Diesmal jedoch hatte ich den Eindruck, dass sie die Nachtigall trapsen gehört hatte. So hatte sie mir schon die Tage zuvor nichts mehr vom Löffel abgenommen. Und von dem erlaubten Krümelchen Futter mit untergemischtem Medikament ließ sie nun auch noch die Hälfte stehen.

Zum verabredeten Zeitpunkt kamen dann Romy und ihr Freund. Letzterer musste als Geheimwaffe erst einmal draußen bleiben. Weil Luz Transportboxen so sehr hasst, hatte ich nämlich die vergangenen Wochen dafür genutzt, mit ihr den freiwilligen Einstieg in die Tranporttasche zu trainieren. Das hätte an dem Morgen auch fast geklappt. Doch dann kam der Moment, da wir die Tasche schließen wollten. Trotz rosaroter Brille brach bei Luz die Panik aus. Keine Chance, sie so heile in die Praxis zu bekommen.

Also musste unsere Geheimwaffe ran. Von der Aktion, wie Romy und ihr Freund Luz irgendwie in die Transportbox gesteckt haben, habe ich nicht viel mitbekommen. Ich wollte und konnte nicht zuschauen, hörte es nur poltern und rumoren. Hinterher habe ich die Spuren von Luzis Panik wegmachen müssen: Pipi, Unmengen an Haaren. Armes Luz.

FORL-Diagnose braucht Dentalröntgen

Als wir dann in der Praxis angekommen waren, ließ man uns auffällig lange warten. Irgendwann kam dann doch unsere Tierärztin und verkündete, dass das Dentalröntgengerät an diesem Morgen leider seinen Geist aufgegeben hätte. Alle Versuche, es ans Laufen zu bekommen, seien gescheitert. Was wir denn nun tun wollten – einen neuen Termin ausmachen?

Ich war wie vor den Kopf geschlagen. Der ganze Stress – umsonst? Nochmal vier Wochen auf einen Termin warten? Auf gar keinen Fall!

Ich hatte zu dem Zeitpunkt keinen Zweifel mehr daran, dass Luzi eine FORL-Katze ist. Wusste aber auch, dass es für diese Diagnose auf jeden Fall dentale Röntgenaufnahmen braucht. Die hätten wir als Erstes anfertigen lassen und dann gemeinsam besprechen wollen. Um auf diese Weise auch zu klären, wie viele Zähne Luz an diesem Termin ihrer Katzen Zahn OP gezogen werden sollten. Denn klar, man kann auch einer Katze nicht alle Zähne auf einmal ziehen. Selbst wenn alle Zähne betroffen sind.

Katzen Zahn OP ohne Röntgenaufnahmen

Viel Hin und Her an diesem Morgen in der Tierarztpraxis. Bis die operierende Tierärztin einen Blick auf Luzis Zähne geworfen hatte. Was im Übrigen gar kein Problem darstellte, denn mittlerweile tat Gaba wieder seine Arbeit und sorgte dafür, dass Luzi alles bereitwillig mitmachte. Zum Beispiel ihr hoch entzündetes Zahnfleisch und die kaputten Reißzähne zeigen.

Gemeinsam einigten wir uns also darauf, dass hier und heute alles behandelt wird, das für das tierärztlich geschulte Auge ersichtlich ist. Um dann später bei einem zweiten Termin das Röntgen nachzuholen. Dieser zweite Termin wäre ja ohnehin nötig, sollten wirklich alle Zähne angegriffen sein.

Das Vorgehen war so sicherlich nicht im Sinne des Erfinders. Aber wäre es besser gewesen, mit Luz unverrichteter Dinge wieder nach Hause zu fahren? Sicherlich nicht.

Stunden des Wartens

Die Wartezeit zog sich kaugummiartig in die Länge. Wenngleich ich mittags bereits anrufen und erfahren konnte, wie die Kleine ihre erste Katzen Zahn OP überstanden und wie viele Zähne sie dabei verloren hat.

Am Nachmittag bei der Abholung erfuhren wir dann Genaueres: Sechs Stück an der Zahl waren es. Ihre verbliebenen drei Reißzähne sowie drei Backenzähne. Wobei nur die Reißzähne tatsächlich von FORL betroffen waren: Deren Wurzeln bestanden nur noch aus einzelnen Fragmenten. Bei den drei Backenzähnen lag hingegen kein FORL vor. Dennoch hatte die Tierärztin sie entfernt, weil sie ihr beim Sondieren verdächtig erschienen waren.

Für mich war diese Entscheidung völlig in Ordnung. Letztlich muss man bei FORL sagen: Alles, was weg ist, kann nicht mehr von den eigenen Killerzellen angegriffen werden. Ein Schmerz weniger.

Verblieben waren nun Luz von den dreißig Zähnen einer Katze nun also noch achtzehn: Alle Schneidezähne (zwei mal sechs Stück) sowie der ein oder andere Backenzahn. Und die Tierärztin meinte, dass diese verbliebenen Zähne grundsätzlich gut aussähen. Aber das ist bei FORL ja leider die Krux: Wenn was zu sehen ist, hat das Problem schon lange zugeschlagen.

Ihre gezogenen beziehungsweise in Fragmenten aus dem Kiefer operierten Zähne habe ich mir jedenfalls aushändigen lassen.

Sorgen Sie für ein ruhiges warmes Plätzchen…

Vor Luzis Katzen Zahn OP hatte ich eine Aufklärung in Sachen Anästhesie unterschreiben müssen. Dort hieß es unter anderem, dass ich hinterher für ein ruhiges, warmes, bodennahes Plätzchen sorgen sollte. Weil Luzi ja durchaus noch etwas wackelig auf den Beinen sein könnte. Also ließen wir Luzi im Schlafzimmer aus der Box.

Aber was macht die Kleine? Flüchtet augenblicklich ins Badezimmer, um sich dort an dem definitiven fiesesten Ort zu verstecken, den meine Wohnung zu bieten hat: hinterm Klo.

Und von dort war sie für die folgenden zwei Stunden auch nicht weg zu bekommen. Irgendwann habe ich Kissen und Decke vor die dortige Heizung gelegt. Aber nix da. Luzi saß hinterm Klo.

Wildes Springen in der Küche

Dann folgte die Phase der langsamen Revier-Zurückeroberung. Deren Hauptkomponente die Eroberung zweier Lieblingsplätze in der Küche war: Küchentisch und Arbeitszeile.

Sorgen Sie dafür, dass Ihre Katze nirgendwo herunterfallen kann.

frei nach der Anästhesie Aufklärung, die ich unterschrieben hatte

Ich hatte nicht den Hauch einer Chance, Luzi davon abzuhalten, immer wieder zwischen Küchentisch und Arbeitszeile hin- und herzuspringen. Immerhin reden wir hier von knapp einem Meter Distanz zwischen beiden, in knapp einem Meter Höhe. Unter normalen Umständen kein Problem. Aber Luz hatte eine Vollnarkose hinter sich.

Jetzt könnte einer sagen: Mach doch einfach die Küchentür zu! Gute Idee, nur die gibt es leider nicht. Mich dazwischen zu werfen, hielt ich nun auch nicht sinnstiftend. Letztlich blieb mir nichts anderes übrig, als darauf zu vertrauen, dass nichts Schlimmes passiert.

Zum Glück ist auch nichts Schlimmes passiert. Und irgendwann im Laufe des Abends hatte Luz sich dann zumindest so weit beruhigt, dass sie sich zu mir ins Bett legte.

Verhasstes Herzchenpflaster

Zur Ruhe fand sie aber nicht wirklich. Denn da war noch dieses Herzchenpflaster. In der Praxis hieß es, dass es noch ein bisschen dranbleiben müsse. Anfänglich habe ich mir gar keine Gedanken gemacht. Denn nach dem Hausbesuch war es so, dass sich Luzi des Pflasters schnell selbst entledigt hatte. Das allerdings war damals eine ganz andere Arzt Pflaster. Die Herzchen erwiesen sich nun als außerordentlich hartnäckig. Sehr spack saß das Pflaster um ihren Arm. Dabei hatte ich das dumme Gefühl, dass es immer enger saß, je mehr sie daran leckte.

Den ganzen Abend hatte ich schon den Sound der rauen Zunge auf den Herzchen gehört. Und in der Nacht wird es kaum anders gewesen sein. Am nächsten Morgen ging es jedenfalls damit munter weiter. Dabei helfen durfte ich jedenfalls nicht. Sie war so fixiert auf dieses blöde Pflaster, dass jeder Versuch meinerseits, mich dem Ganzen zu nähern, mit sofortigem Unwillen kommentiert wurde.

Was tun? Sie mir irgendwie zwischen die Beine klemmen und hoffen, dass ich das überlebe? Romy anrufen und sie bitten, sich zu opfern? Also rief ich in der Praxis an. In der Tat haben die dann eine Mitarbeiterin geschickt. Kurze Besprechung vorweg, wer was wie tun würde. Gefolgt von wildem Gerangel in meinem Flur, bis ich mit der stumpfen Schere zur Tat schreiten durfte. Selbst damit brauchte es zwei Ansätze, dieses hartnäckige Teil zu zerschneiden.

Bessere Geschäfte ohne Zahnschmerzen

Der Knaller war dann aber, dass Luzi in den folgenden Wochen und Monaten jeden Tag ihr Geschäft verrichtet hat. Das war ja ursprünglich der Grund, weshalb ich überhaupt den Termin zum tierärztlichen Hausbesuch vereinbart hatte. Luzi war immer seltener zu ihrem Klo gegangen, um ihr großes Geschäft zu machen. In den letzten Wochen vor ihrer Zahn OP war ich froh, wenn sie überhaupt noch alle drei Tage gegangen war. Erst beim Hausbesuch hatte ich von ihren Zahnproblemen erfahren und davon, dass die ursächlich für ihre Verstopfung sein könnten. Wer hätte das ahnen können!

Nun, da die Zahnschmerzen behoben waren, konnte die kleine Zahnfee wieder ordentlich aufs Klo! Ich hatte mich zwischenzeitlich schon gefragt, ob ich ihren Luzi Kacke Kalender nicht einstellen könnte. Oder nur noch aufschreibe, wenn sie mal doch einen Tag nicht geht. Andererseits ist der für mich der Beleg, dass es der kleinen Maus gut geht. Schließlich hat sie noch Zähne im Maul, sechzehn an der Zahl, und die können irgendwann auch noch von FORL betroffen sein.

Ich kann nach dieser Erfahrung jedem nur raten, nach den Zähnen schauen zu lassen, wenn die Katze Verdauungsprobleme hat, für die es sonst keine klare Diagnose gibt!

Schreib einen Kommentar

Die im Rahmen der Kommentare angegebenen Daten werden von uns dauerhaft gespeichert. Cookies speichern wir nicht. Für weitere Informationen siehe bitte unsere Datenschutzerklärung.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.