Da sagt noch mal einer, Wissenschaft sei immer dröge. Zur Zeit suchen Forscher/innen der Uni Bochum nach Menschen, die extra für sie Katzenvideos produzieren. Und was machen die Damen und Herren der Wissenschaft damit? Na das, was wir anderen unbezahlt ständig tun: Gucken, lachen, Spaß haben!
Okay, sie werden diese Videos sicherlich auch auswerten. Immerhin handelt es sich um eine große internationale Studie. Da wollen bestimmt so einige ihre Doktorarbeiten schreiben. Und den Titel bekommt man nicht allein fürs Spaß haben. Es wird sich bei dieser Untersuchung also nicht nur um eine reine Auszählung der schönsten Katzen und ihrer liebsten Schlafposition handeln. Aber was weiß ich schon.
Pressemitteilung der Ruhr Uni Bochum zu Katzenvideos
Aus der Pressemitteilung der Ruhr Uni Bochum geht hervor, worum es ihnen bei den Katzenvideos geht. Doch dazu müssen sie erst einmal an ihre Probandinnen herankommen.
Gerne würden die Forscher/innen die Katzen zu sich einladen und sich mit eigenen Augen anschauen, wie deren Verhalten so ist. Aber auch Wissenschaftler/innen kennen ihre Samtpfoten. Sie wissen, dass die den Samt zu Hause lassen und im Institut zur Kratzbestie werden können.
Wenn die Prophetin also nicht zum Berg kommt, dann macht das Institut einen auf Citizen Science. Bedeutet, dass geneigte Bürger/innen bei der Forschung mitmachen und Daten liefern. In diesem Fall Katzenvideos.
Nur geht es bei dieser Studie nicht um die Million süßester Katzenvideos, die ungenutzt auf unseren Smartphone lagern. Tatsächlich suchen sie Menschen, die an fünf Tagen in Folge Katzenvideos extra für die Uni Bochum produzieren mögen!
Dabei geht es konkret um Videos, die zu ihrer Studie zur Untersuchung der Körperhaltung von Hauskatzen passen. Diese Studie interessiert sich vor allem für drei Fragestellungen:
- Wie verhält sich die Katze, wenn sie gerufen wird?
- Welche ist die bevorzugte Schlafseite?
- Welche ist die bevorzugte Pfote beim Spielen?
Kurz habe ich überlegt, ob ich mit meinem noch immer aktuellen Pflegekater Eddie an der Studie mitwirken soll. Doch dann habe ich mir gedacht, dass die Fragen für uns nicht besonders spannend sind. Soll heißen: Ich kenne die Antworten schon.
Mein Beitrag für die Uni Bochum sind also keine Katzenvideos, sondern nur Katzenfotos – und ein bisschen erklärender Text.
Statt Katzenvideos: Antworten auf die drei wichtigen Fragen der Ruhr Uni Bochum
Wie verhält sich die Katze, wenn sie gerufen wird?
Die Antwort auf diese Frage kann bei uns ganz kurz ausfallen: Gar nicht.
Soll heißen, dass ich der Überzeugung bin, dass Eddie seinen Namen auch nach über einem halben Jahr des Zusammenlebens nicht kennt. Anders war das früher mit Luzi. Luzi hat mich immer angeschaut, wenn ich ihren Namen gerufen habe. Die Luz wusste halt, dass sie die Luz ist.
Die lange Antwort lautet:
Wie die Luz damals reagiert auch Eddie, wenn er ohnehin auf mich zuhält und ich dann Dinge sage wie: »Na, mein Schöner!« oder »Hallo Hübschen!« Wobei Hübschen einer der Spitznamen ist, die ich Eddie verpasst habe. Wie Luzi damals nenne ich ihn auch Bärchen oder Schlumpf. Er heißt aber meist Süßen oder eben Hübschen.
Der Punkt jedenfalls ist, dass Eddie auf eine derartige Ansprache mit Leuchten in den Augen und Schwänzchen in die Höh‘ reagiert.
Apropos Leuchten in den Augen: Wesentlich bei dieser Ansprache erscheint mir der Blickkontakt. Blickkontakt und ein fröhliches »Na, was ist denn das für ein trauriges Schwänzchen?«, wenn er mit Hängeschwanz auf mich zukommt – spätestens dann geht der Schwanz in die Höhe. Und die Erwähnung von »Futti??« oder »Leckerli??« kann auch nicht schaden.
Das war auch bei der Luzi so. Meine Katzen mögen es offenbar, wenn ich sie auf die Gemütslage ihres Schwänzchens anspreche. Von kulinarischen Angeboten ganz zu schweigen.
Welche ist die bevorzugte Schlafseite?
Die Frage nach Eddies bevorzugter Schlafseite kann ich nur mit einem so oder so beantworten. Wie Eddie sich positioniert, das hat nämlich sehr viel damit zu tun, wo ich mich gerade befinde.
Nehmen wir seinen bevorzugten Schlafplatz auf meinem Kleiderschrank. Wenn wir abends ins Bett gehen, ist sein Bettchen dort oben sein Platz für den Start in die Nacht. Und dann legt er sich auf seine rechte Seite. Denn so hat er mich perfekt im Blick.
Liegt er dort oben tagsüber, dann meist auf seiner linken Seite. Denn tagsüber liege ich ja nicht im Bett. Dann sitze ich zum Beispiel am Schreibtisch. Will er mich da im Blick behalten, ist die linke Seite die passende Wahl.
Entsprechendes gilt, wenn er wie auf dem großen Beitragsbild seinen zweitliebsten erhöhten Schlafplatz aufsucht. Dann legt er sich immer erst einmal auf die linke Seite. Mit dem Blick auf mich in meinem Bett.
Kommt er dann im Laufe der Nacht zu mir ins Bett, legt er sich immer rechts neben mich. Auf seine rechte Seite mit dem Popo zu mir. Es kann aber auch sein, dass ich ihn in den Morgenstunden mir zugewandt auf seiner linken Seite liegend finde.
Und selbst wenn er sich auf mein Notebook legt, sind beide Seiten möglich. Es kommt halt ganz darauf an, von welcher Seite er auf den Schreibtisch gesprungen ist. Hauptsache, er liegt am Ende so, dass er mich gut im Blick behalten kann.



Da es sowieso kaum etwas Schöneres gibt als Fotos schlafender Katzen, sei hier noch einmal an diese wunderbare Sammlung erinnert. Traurig zu erwähnen, dass von den drei Katzen, die dort schlafen, nur noch eine lebt.
Welche ist die bevorzugte Pfote?
Ganz besonders eindeutig ist Eddies bevorzugte Pfote beim Spielen. Gib ihm was zu fummeln und der Eddie zeigt, dass er ein Rechtspföter ist!
Anders als die Luzi. Die war eindeutig eine Linkspföterin. Die natürlich auch ab und an mal ihre rechte Pfote eingesetzt hat. Und so hat auch der Eddie in dem Video, aus dem die folgenden Standbilder stammen, einmal seine linke Pfote benutzt. Aber in neun von zehn Fällen arbeitet der kleine Mann mit seiner rechten Pfote. Und da ist er nicht minder talentiert als die Luzi. Ein Fummel-Profi halt, der Eddie.



Aufruf zur Teilnahme an der Studie zur Körperhaltung von Katzen
Auch wenn ich jetzt nicht an der Studie teilnehme, finde ich das Projekt richtig gut. Ich wünsche dem Team von der Ruhr Uni Bochum, dass sie mit Katzenvideos nur so zugeschmissen werden!
Macht also mit, liebe Leute! Studiert eure Fellnasen! Findet heraus, welche ihre bevorzugte Seite ist. Oder auf welche Ansprache sie am stärksten reagiert. So oder so wird das zur Vertiefung eurer Beziehung beitragen und das Zusammenleben noch schöner machen.
Und apropos Zusammenleben:
Kater Eddie sucht noch immer ein neues, festes Zuhause. Denn bei mir lebt der FIV-positive Straßenkater ja nur zur Pflege. Über seine Vermittlungsanzeige beim Katzenschutzbund Köln erfahrt ihr mehr über diese unfassbar süße, stets hungrige und straßenschlaue Zuckerschnute.


