Katzenklo reinigen: wie oft, womit und wovon?

Romy, ich glaube, wir machen da was falsch. Wir Deppen machen uns noch immer die Mühe, für unsere Süßen das Katzenklo selbst zu reinigen. Wobei du ja auch noch gleich zwei von diesen Dingern säubern musst. Dabei gibt es doch diese vollautomatischen, selbstreinigenden Katzentoiletten. Die – da bin ich mir ziemlich sicher – nebenher auch noch Kaffee kochen und für den Weltfrieden sorgen könnten! Und das alles nur für schlappe … Na, eine Zahn-OP kannst du davon schon bezahlen. Aber wer braucht noch eine Zahnbehandlung, wenn man so ein schickes Klo hat?

Wie viel Katzenklo braucht eine Katze?

Eine alte Bauernregel besagt: Es braucht immer ein Katzenklo mehr, als Katzen im Haushalt leben. In meinem Fall wären das also zwei Klos für eine Luzi. In Romys Fall würden dies für die Katers Joschi und Cobi derer gleich drei sein.

Nun bin ich ganz froh, dass Luz mit ihrem einen Klo zurechtkommt. Immerhin würde ein weiteres Katzenklo bedeuten, dass ich jede Woche gleich zwei davon reinigen müsste. Was an sich jetzt auch nicht der große Akt wäre. Einzig der Verbrauch an Katzenstreu schreckt mich da ab.

Abgesehen davon – ich habe dies schon mehrfach betont, unter anderem gleich zu Beginn – ist alles auch eine Frage des Platzangebotes. Da ich so ein Katzenklo weder im Schlaf- noch im Wohnzimmer haben möchte und der Flur zu klein ist, bliebe nur noch die Küche übrig. Im Notfall ginge natürlich auch das. Baden halt meine Gäste ihre Füße darin, wenn sie am Tisch sitzen und das Klo darunter steht.

Deswegen kann ich Romy gut verstehen. Auch dort gibt es pro Katze (beziehungsweise Kater) nur ein Klo. Wenngleich ich ihr kürzlich wegen des schiefen Haussegens zu einer dritten Toilette geraten habe, könnte ich ihr nicht sagen, wo ich die platzieren würde.

Katzenklo mit oder ohne Deckel?

Einer meiner neuesten Lieblingsfilme heißt Pets 2. Dieser Kinocheck-Trailer beginnt auch gleich mit einer meiner vielen Lieblingsszenen. Wobei ich diese auch nach wiederholtem Ansehen immer missverstehe. Da will Hündchen Gidgt von Katze Chloe lernen, sich wie eine Katze zu benehmen. Verweigert aber das Benutzen der … Transportbox, würde ich sagen. Es soll aber ein Katzenklo sein.

Niemals (und ich meine damit never ever!) würde Luzi freiwillig so ein Katzenklo mit Haube benutzen. Denn auch für sie wäre das nichts anderes als eine zum Klo umfunktionierte Transportbox. Und wenn Luzi etwas meidet wie die Pest, dann ist es die Transportbox. Sie klettert ja noch nicht mal in stinknormale Kartons.

Ich könnte mir vorstellen, dass Joschi und Cobi da ähnlich reagieren würden. Die lieben zwar Kartons. Aber wann immer die im Keller lagernde Transportbox in der Wohnung erscheint, fehlt von den Katern augenblicklich jede Spur.

Also hat Luz – genauso wie die Herren Kater – eine offene Katzentoilette. Mit Rand, versteht sich. Denn der Rand ist wichtig. Auf dem steht sie nicht nur beim Scharren. Auf den schlägt sie auch gerne mit ihren Pfoten, um sie von Streu zu befreien. Oder weil sie es einfach schön findet, man weiß es nicht so genau.

Welches Katzenstreu benutzen wir?

Wenngleich ich immer wieder mit Katzenstreu auf Basis von Pflanzenfasern oder Holzpellets liebäugle, benutzen wir hier noch immer Hygienestreu. Nicht-klumpendes Hygienestreu. Denn es gibt wohl auch klumpendes Streu auf Basis dieser porösen Mineralien.

Hygienestreu hat jedenfalls einen unschlagbaren Vorteil, den manche als größten Nachteil bezeichnen würden: Es macht einen Höllenlärm. Das habe ich zumindest in den ersten Nächten nach Luzis Einzug gedacht. Definitiv bin ich damals davon ausgegangen, dass mich die komplette Nachbarschaft auf dieses Geräusch ansprechen wird.

Die Beschwerden sind dann doch ausgeblieben. Dennoch habe ich irgendwann diese mehr oder weniger schallabsorbierenden Unterlagen installiert. Zumindest ich weiß aber trotzdem immer, wann Luzi ihr Geschäft macht und von welcher Art es ist. Je mehr Scharren, umso größer das Ergebnis.

Soweit ich weiß, ist auch Romy zu dieser Art Streu zurückgekehrt. Zwischenzeitlich hat sie das viel feinere Klumpstreu verwendet. Das soll weit angenehmer für die zarten Katzenpfoten sein, hat aber den Nachteil, sich in der ganzen Wohnung zu verteilen.

Auch wenn ich die Idee von Holzstreu sympathisch finde und mein Schornsteinfeger es mir empfahl, habe ich es noch nie ausprobiert. Weil ich Sorge habe, Luz könnte mit der Änderung nicht einverstanden sein und dann ihre Toilette nicht mehr nutzen wollen.

Warum empfiehlt der Schornsteinfeger Holzstreu?

Es begab sich, dass ein anderer Techniker als sonst zur Wartung meiner Gastherme kam. Und der erklärte mir sehr streng, dass das Katzenklo niemals im selben Raum wie die Gastherme stehen dürfe.

Nun ist das bei uns nicht der Fall, aber … Was hat die Gastherme mit dem Katzenklo zu tun?

Das fragte ich unseren Schornsteinfeger. Und der erklärte mir, dass der Staub klumpender Katzenstreus durch die Gastherme verbrannt wird und sie dabei zusetzen könne. Nicht-klumpende Hygienstreus stauben nicht so sehr, vertragen sich also besser mit der Gastherme. Und das bisschen Staub, das Holzstreu verursacht, könne der Gastherme gar nichts anhaben. Das verbrennt die einfach genüsslich.

Das Katzenklo reinigen – wie oft?

Immer wieder liest man, man müsse ein Katzenklo mehrmals am Tag reinigen. Da stellt sich die Frage, was hier mit Reinigen gemeint ist.

Im besten Fall produziert Luz einmal am Tag ein großes und einmal ein kleines Geschäft. Manchmal kommt beim großen Geschäft auch noch ein bisschen was Kleines mit raus.

Die großen Geschäfte gilt es natürlich, zeitnah zu entsorgen. Diese Goldstücke, die Luzi manchmal unverscharrt zurücklässt, nach denen ich oft aber auch echt suchen muss, landen in meiner Toilette. Mit so wenig an ihm klebenden Streu wie möglich. Ich will ja nicht meine Toilette verstopfen.

Die kleinen Geschäfte bleiben einfach im Klo. Denn das ist ja das Schöne an nicht-klumpendem Streu: Es saugt die flüssige Hinterlassenschaft auf. Unschwer daran zu erkennen, dass das Streu sich etwas verfärbt, dunkler wird.

Das macht dieses Zeug sehr zuverlässig und auch geruchsneutral. Zumindest für meine Nase. Für Luzis Nase muss ich das Streu dann aber doch beizeiten komplett entsorgen und erneuern. Das mache ich einmal die Woche. Und in dem Kontext kommt es dann auch zur großen Reinigung des Katzenklos.

Das Katzenklo reinigen – womit?

Für die Reinigung des Katzenklos benutze ich nichts anderes, als ich für den Rest der Wohnung auch benutze: Essigreiniger und warmes Wasser.

Irgendwann gönne ich dem Klo vielleicht auch mal einen eigenen Putzlappen. So aber kommt hier immer Küchenpapier zum Einsatz. Bei so viel Abfall, den wir mit dem Streu produzieren, kommt es auf vier Blätter Küchenpapier auch nicht mehr an. Nennen wir es eine schlechte Gewohnheit, aber mir kommt das noch irgendwie am hygienischsten vor.

So hat sich das Reinigen von Luzis Katzenklo zu einer echten Routine entwickelt. Jeden Samstag wieder, wenn auch der Rest der Wohnung ihre Grundreinigung erhält, unterziehe ich Luzis Klo eben einer solchen. Zeitfaktor: zehn Minuten. Maximal.

Diese Zeit könnte ich nun also mit anderen Aktivitäten verbringen – sagen wir mit dem Nichtstun -, hätten wir eine von diesen formschönen Wunderwerken der Ingenieurskunst. Doch wenn eines sicher ist: Das wird nicht geschehen.

Und mal ganz nebenbei: Was sollen nur diese armen, bemitleidenswerten Freigängerinnen sagen, die einen Großteil ihrer Geschäfte draußen erledigen? Wie sollen die nur ohne App-gesteuertes Hightech-Klo durch ihr Leben kommen …

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3 Kommentare

  1. Guten Morgen Britta (und Luz natürlich),
    meine drei Katzen weigern sich, ihr großes Geschäft in einem offenem Klo zu verrichten, die große wie die kleinen. Ich nehme an, das, was sie als Kitten gelernt haben, sitzt. Da ich immer beides habe, konnten die Katzen von Anfang an wählen. Komplett geschlossen sind die Klos nicht, ich habe die Klappen entfernt. Man nennt das Cabrio habe ich mir sagen lassen. Pipi wird in offenen wie auch den Cabrios abgesetzt.
    Ich nutze abbaubares Klumpstteu und reinige die 3 Toiletten alle drei Wochen, entferne Kot und Urin mind. drei Mal am Tag. Und fege gefühlte hundert Mal.
    Meine Wohnung hat 43 Quadratmeter und jede Menge Catwalk, einen Kratzbaum, frei geräumte Regale und einen Balkon von 30 Quadratmetern. Auf dem steht im Sommer, versteckt zwischen Pflanzen, ein viertes Klo. Ich habe mich daran gewöhnt, dass Nummer drei unter meinem Schreibtisch Platz gefunden hat. Wenn Besuch da ist, wandert es ins Schlafzimmer. Da hockt meine ängstliche Mira ohnehin unter dem Bett. (Hilfe, fremde Menschen, auch wenn die alle zwei Wochen die Wohnung entern.)
    Es gibt auf deinem Blog einen Beitrag über streitende Katzen. Als ich noch versucht habe, die 8jährige Mira mit adulten Katzen zu vergesellschaften, weil sie offensichtlich einsam war, hat mir eine Katzentherapeutin geraten, die Toiletten in verschiedene Räume zu stellen. Alles, was in EINEM Raum steht, ist für die Katzen auch nur EINE (meine!) Toilette. Und das macht dann ggf. Stress.
    Genützt hat es bei meinen Gesellschaftsversuchen dann aber auch nichts. Mira ist aus dem Katzenschutz, war schon 5,5 als sie bei mir eingezogen ist und hat „Opfer“ auf ihrer hübschen gefurchten Stirn stehen. Im Sommer habe ich einen letzten Vergesellschaftsversuch unternommen (um das jetzt zu Ende zu erklären, obwohl es nicht mehr zum Thema gehört), und zwar mit Kitten. Ich habe ein halbes Jahr gezielt nach einem Kitten einer sanften Rasse gesucht, war soooo durch von den voherigen Vergesellschaftungsversuchen und wollte kein Risiko mehr eingehen. Recherchiert habe ich dann, dass ein einzelnes Kitten gar nicht geht. Und jetzt sind es zwei, mir am Anfang völlug fremde Wesen gemixt aus Ragdoll und Birma. Und es klappt! Obwohl ich ganz sicher nie und nimmer drei Katzen in dieser Miniwohnung haben wollte! Und schon gar nicht drei bis vier Katzenklos! 😐😆
    Liebe Grüße
    Sylvia

  2. Hallo Sylvia,

    schon mal über ein eigenes Katzenblog nachgedacht, »Mira und die jungen Wilden«? Du hättest offenbar viel zu erzählen!

    Mira und Luzi scheinen ja wirklich viel gemeinsam zu haben, nicht nur ihr Aussehen von hinten. Auch Luzi hatte schon Kontakt mit einer Katzentherapeutin, weil die Vergesellschaftung mit Kater Joschi nicht klappen wollte. Und auch Luzi hat schon viel Zeit in Verstecken verbracht, wenn Besucher da waren.

    Gebessert hat sich das durch häufiges Spielen ganzer Jagdsequenzen. Den Tipp hatte ich aus dem Buch »Die besorgte Katze« von Elke Söllner (ich hatte darüber geschrieben). Seit wir jeden Abend auf Leckerli-Jagd gehen, zeigt sich Luzi viel mutiger gegenüber Besuchern. Manchmal geht sie dann sogar in die Flirt-Offensive. Das hätte ich nicht für möglich gehalten.

    Vielleicht lässt sich das Opfer-Tattoo so von Miras Stirn tilgen? Muss ja nicht mit Leckerli sein. Wichtig ist nur, dass sie regelmäßig erfolgreich Beute macht beim Spiel mit Katzenangel, Bällchen oder was auch immer ihr Spaß macht, und so selbstbewusster wird.

    LG, bk

    PS: Wir hätten gerne zwei Quadratmeter von deinem Balkon und bieten dafür einen Quadratmeter unserer Wohnung. Deal?

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