Katzengras selbst ziehen und Heu ernten für Schnüffelspiel

Katzengras ist eine feine Sache. Vor allem für Wohnungskatzen wie Luz, die sonst gar keine Chance haben, an gesundes Grün zu gelangen. Katzengras muss man aber nicht zwangsläufig kaufen. Katzengras kann man auch leicht selbst ziehen. Die Frage ist dann nur noch, ob es auch mundet. Wenn nicht, kann man daraus leicht Heu machen und dies fürs Active Feeding nutzen.

Katzengras ist nicht gleich Katzengras

Dass Katzengras nicht gleich Katzengras ist, darauf bin ich schon mal bei meinem Versuch, das Pflanzenangebot für Luzi zu erweitern, eingegangen. Hier noch einmal in Kürze:

Es gibt da die sogenannten Sauer- und die Süßgräser. Das von Luzi so geliebte Zyperngras ist ein Sauergras. Dem gegenüber bestehen die im Handel üblichen Angebote für Katzengrassamen aus Süßgräsern wie Gerste und Hafer. Beide Gräserarten sind für Katzen durchaus geeignet. Allerdings haben die Halme des Zyperngrases die Tendenz, recht scharfkantig zu sein.

Das hält Luzi aber nicht davon ab, lieber an diesem Zyperngras denn an den weichen Süßgräsern zu mümmeln. Wobei von Mümmeln mangels Zähnen ja kaum mehr die Rede sein kann. Hat sie früher tatsächlich ganze Stücke von den Halmen abgebissen und die dann auch mitsamt Haarballen direkt wieder hochgewürgt, bleiben heute die Halme weitgehend intakt.

Dennoch gehe ich davon aus, dass sie ein wenig von den Nährstoffen abbekommt. Ihr Begeisterung für dieses Katzengras ist jedenfalls ungebrochen. Wann immer ich es ihr anbiete, kommt sie freudig gurrend angelaufen.

Katzengras selbst ziehen: Das braucht es

1. die Aussaat

  • Samen aus dem Biomarkt: Gerste, Hafer oder eine hübsche Kornmischung oder
  • Fertigprodukt Katzengrassamen

Ich selbst hatte unterschiedliche Fertigprodukte ausprobiert. Die haben allerdings den Nachteil, dass da a) zusätzlich ein Granulat zur Düngung beigemengt ist, sodass man daraus b) dann doch besser keinen Frischkornbrei macht oder Brot backt.

Gegen die Samen aus dem Biomarkt sprechen eigentlich nur die üblichen Packungsgrößen. Plötzlich sieht man sich nahezu gezwungen, tatsächlich Frischkornbrei zu machen oder Brot zu backen.

2. Zusätzlich zur Aussaat braucht es:

  • Pflanztöpfe oder Pflanzschalen
  • Gartenerde, bestenfalls ohne Dünger
  • eine Sprühflasche statt einer Gießkanne

Da ich ein Katzengrasbeet erstellen wollte, damit Luzi endlich mal Gras unter den Pfoten spüren kann, habe ich statt der Pflanztöpfe ursprünglich Alu-Grillschalen benutzt. Die habe ich mit Alufolie ausgelegt, um die Löcher der Grillschalen abzudecken.

Anleitung für das Ziehen von Katzengras

Damit das Ziehen von Katzengras gut klappt, soll man das Saatgut erst einmal ein bis zwei Stunden in Wasser einweichen. Bei den Fertigprodukten war davon nicht die Rede.

Ich habe das die Aussaat direkt in die Gartenerde gegeben. Dazu habe ich in meine Grillschalen erst einmal eine Schicht Gartenerde getan. Darauf das Saatgut, das ich mit der Sprühflasche gut angefeuchtet habe. Und schließlich habe ich dieses noch einmal mit einer Schicht Gartenerde abgedeckt, die ich wiederum durchfeuchtet habe.

Katzengras selbst ziehen geht sehr schnell

Meine lustige Pflanzenschale habe ich dann in der Küche auf das Fensterbrett gestellt, damit sie gut Licht abbekam. Aber Achtung: Zu viel direkter Sonnenschein sollte es dann auch nicht sein.

Statt zu gießen, habe ich jeden Tag mit der Sprühflasche für ausreichend Bewässerung gesorgt. So lässt sich vermeiden, dass die Wurzeln im Stauwasser stehen.

Wurzeln bilden sich schon nach kürzester Zeit. Erstes Grün lässt sich bereits nach spätestens drei Tagen entdecken. Und zum Verzehr bereit ist das Katzengras nach kaum einer Woche. Man kann Katzengras also sprichwörtlich beim Wachsen zuschauen!

Aus Katzengras Heu machen

An dieser allerersten Generation selbst gezogenen Katzengrases hatte die Luzi allerdings überhaupt kein Interesse. Später hat sie durchaus mal an dem ein oder anderen Halm genuckelt. Aber irgendwie hatte ich das Gefühl, dass sie das auch nur aus Mitleid getan hat. Sie bevorzugt halt ihr Zyperngras.

Auch konnte ich Luzi leider gar nicht davon überzeugen, sich einfach mal mitten in dieses kleine Beet zu begeben. Hätte sie es getan und darin gewühlt, ich hätte gejuchzt vor Freude.

Aber nix da. Mit den Pfoten im Gras stand sie erst, als ich aus allem Heu gemacht hatte.

Dazu braucht es:

  • Schere
  • Papiertüte, zum Beispiel: Biomülltüte

Das mittlerweile in die Höhe geschossene Gras lässt sich problemlos mit einer Schere abschneiden. In einer Biomülltüte trocknet es binnen weniger Tage zu Heu. Dazu sollte man die Tüte offen lagern und das Gras beizeiten auch mal umwälzen.

Das Ergebnis riecht herrlich nach Bauernhof und lässt sich auch immer wieder verwenden für ein Heu-Leckerli-Schnüffelspiel.

Das Heu-Leckerli-Schnüffelspiel

Luzi mit ihren Pfoten in getrocknetem Katzengras
Endlich: Luzi hat Gras … äh … Heu unter den Pfoten!

Das Heu-Leckerli-Schnüffelspiel geht ganz einfach: Das Heu auf einem Tablett oder in einer kleinen Wanne ausbreiten und ein paar Leckerli darunter mengen. Luzi kennt dann kein Halten mehr. Wie ein Trüffelschweinchen gräbt ihre Nase durchs Heu.

Und siehe da: Plötzlich hat so auch meine Wohnungs-Panthera endlich mal Gras unter den Pfoten. Und wenn es nur in Form von Heu ist.

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