Katzen lieben Kartons – nicht so die Luzi

Landläufig bekannt: Katzen lieben Kartons. Nur Luzi nicht. So kommt es, dass hier als Beitragsbild plötzlich ein Foto von Kater Cobi auftaucht. Wie könnte ich ein Foto von Luz im Karton machen, wenn sie niemals freiwillig in einen solchen hineinsteigt?

Wo ein Karton, da ein Joschi: Joschi in the Box. foto: Romy
Joschi in the Box. foto: Romy

»Wo ein Karton, da ein Joschi«, schrieb mir Romy kürzlich und schickte als Beleg ein Foto mit von Joschi in the Box.

Darüber kann Luzi nur schmallippig lächeln. Zum einen, weil wir hier von ihrer Nemesis reden. Zum anderen scheint sie den ganzen Wirbel um Behältnisse dieser Art nicht zu verstehen. Wozu sich in einen Karton quetschen, wenn man das ganze Bett für sich haben kann?

Warum nur lieben Katzen Kartons?

Katzen lieben Kartons, so viel ist klar. Aber warum tun sie das? Der Spiegel berichtete einst über zwei Studien, die zwei Thesen aufgestellt haben. Zum einen helfen Kartons als Rückzugshöhlen Katzen offenbar dabei, Stress abzubauen. Zum anderen mögen Katzen es warm. Die Pappe so eines Kartons trägt dazu bei, die Körpertemperatur auf Katzenniveau zu halten. Die liegt bekanntlich etwas höher als bei uns Menschen. Weshalb so eine Katze im Bett unweigerlich auch etwas von einer sehr kuscheligen Wärmflasche hat.

Katzen lieben Kartons? Nicht so Luzi. Wo ein Bett, da eine Luzi.
Wo ein Bett, da eine Luzi

Bevor Luzi unser Bett (bemerke: Ich nenne es schon gar nicht mehr mein Bett…) als ihren Lieblingsort in ihrem neuen Revier auserkoren hatte, hat sie viel Zeit in meinem offenen Kleiderschrank verbracht. Damit hat sie These 1 der Forscher unterstützt. Das höhlenartige Plätzchen auf meinen Wollpullis hatte ihr dabei geholfen, mit dem Stress des Revierwechsels zurechtzukommen.

Auch später noch war der Kleiderschrank ihr sicherer Ort. Nach ihrer ersten Zahn-OP zum Beispiel. Oder wenn es geklingelt hatte und sie vermutete, dass nun unliebsamer Besuch kommen könnte. Dann stand sie mindestens mit den Vorderpfoten schon sprungbereit auf dem entsprechenden Regalbord.

Diese Höhle ist aber auch die einzige, die Luzi hier je intensiv genutzt hat.

Luzi und ihr distanziertes Verhältnis zu Kartons

Warum nun Luzi Kartons als solches ziemlich uninteressant findet oder gar eher meidet, hat sie mir noch nicht wirklich verraten. Ich kann nur Thesen aufstellen.

These 1: Kartons erinnern Luzi an die Transportbox

Ich nenne Luzi nicht umsonst Kluscha, also kluger Schatz. Und so vermute ich, dass Luzi erkannt hat, dass man so einen Karton hochheben kann, wenn sie drinsteckt. Hochgehoben und irgendwohin getragen zu werden, das gefällt der Luz aber mal so gar nicht.

Im gewissen Sinn ist ja auch eine Transportbox so eine Art Karton. Aus Plastik, nicht aus Pappe, aber alles andere passt ganz gut. Transportboxen jedenfalls hasst Luzi wie die Pest. Transportboxen hasst Luzi sogar noch mehr als Tierärzte. Oder Handwerker. Dabei wähle ich hier meine Worte mit Bedacht und formuliere noch zurückhaltend.

Steile These, ich weiß. Aber es würde mich nicht wundern, wenn meine Frau Professor diesen Zusammenhang erkannt hätte.

These 2: Luzi hat Raumangst

Als Angstkatze hat Luzi vielleicht auch eine Form von Raumangst. Also Angst vor zu engen Räumen. Die Höhle in meinem Kleiderschrank ist bei Weitem nicht so eng wie so mancher Karton, in den andere Katzen sich mit Begeisterung quetschen. Aber erstens meidet sie auch wahrlich große Kartons und zweitens ist es nicht so, dass sie sich nicht auch mal wirklich enge Plätze aufsucht.

Wenn hier nämlich Männer, Handwerker oder sonstige in Luzis Augen unliebsame Gäste auftauchen, quetscht sie sich zwischen Bett und Wäschekorb. Da ist definitiv nicht genug Platz für eine Katze ihrer Größe. Der nicht vorhandene Platz scheint ihr aber das Gefühl eines angemessenen Verstecks zu vermitteln.

These 2 will also nicht wirklich funzen.

These 3: Kartons erinnern Luzi an ihre Zeit im Tierheim

Ich war ja nicht dabei, als Romy und ihr Freund Luzi aus dem Tierheim geholt haben. Gegenwärtig ist mir dennoch Romys Erzählung von dem völlig verschüchterten Kätzchen, das sich nicht aus der Kiste, in der es hockte, heraustraute.

Ich halte es also für durchaus möglich, dass Kartons und Kisten sie an diese dunkle Zeit ihres Lebens erinnern und sie deshalb keine Freude mehr daran hat.

These 3 halte ich für durchaus realistisch.

Joschi liebt alles, in das er sich quetschen kann

Einer von Joschis Lieblingsplätzen ist definitiv ein Karton oben auf einem Regal. Den Weg hinauf bahnt er sich regelmäßig über einen gewagten Sprung vom Schreibtisch auf die obere Kante der Zimmertür. Deren Schwung nimmt er dann mit und gelangt so auf das Regal. Um sich dann dort im Karton von dieser waghalsigen Aktion mit einem ausgiebigen Schläfchen zu erholen.

Ich erinnere mich aber auch an den Tag des Einkaufes für Luzis Erstaustattung. Mit unserer Beute sind wir erst einmal zu Romy gefahren. Unter anderem auch deshalb, weil wir dort die erworbene Transportbox für ihren Umzug deponieren wollten. Dabei hatte ich auch Luzis Katzenklo, das ich in der Küche auf den Boden stellte.

Was macht Luz? Schnüffelt einmal kurz daran, ignoriert das Ding aber ansonsten. Frau Professer hatte wahrscheinlich erkannt, dass es sich hierbei um ein arg kleines Katzenklo handelt. Ohne Streu und ohne Bedürfnis, sich zu erleichtern – was soll sie da mit diesem Katzenklo anstellen?

Anders Joschi. Der beschaute sich das Klo – und quetschte sich direkt hinein. Weil er es kann? Weil er es schön findet? Weil er Kater Joschi ist? Romy und ihr Freund könnten ja mal eine Studie darüber anstellen.


Beitragsbild (Kater Cobi): Romy

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