Katzen Erstausstattung: Einkaufen für Luzi

Bevor Luz bei mir einziehen konnte, musste ich natürlich für sie einkaufen gehen. Das ist der Part, der wahrscheinlich den meisten Frauen (und bestimmt auch einigen Männern) grundsätzlich Spaß macht. Doch allzu schnell verliert man sich in all den Hübschheiten, die es so am Markt gibt. Also stellt sich die Frage: Was genau gehört eigentlich zu einer guten Katzen Erstausstattung?

Essen, Verdauen, Schlafen, Spielen, Kratzen, Ausblick, Sicherheit, Reisen

Eigentlich sollten die wesentlichen Aspekte einer Katzen Erstausstattung auf der Hand liegen. Es ist ja nun nicht so viele Aktivitäten, denen Katzen grundsätzlich nachgehen. Vor allem, wenn sie so wie Luz als reine Wohnungskatze leben. Trotzdem sind es acht immerhin Kategorien, die erfüllt werden sollten:

  1. Essen und Trinken
  2. Verdauen
  3. Schlafen
  4. Spielen
  5. Kratzen
  6. Ausblicken und Verstecken
  7. Sicherheit
  8. Reisen

1. Essen und Trinken

Auf den ersten Blick die vermeintlich einfachste Kategorie. Offensichtlich braucht es ja nur:

  • Futter- und Wassernäpfe
  • eventuell eine Unterlage für die Näpfe, für Wassernäpfe zum Beispiel kleine Tabletts
  • und Futter

Die ersten Futternäpfe hatte ich schon gekauft, da hatte ich gerade mal meine ersten Kennenlernen-Dates mit Luz absolviert. Die beiden im Bild oben waren es geworden, mit einem abwischbaren Platzdeckchen. Wobei, haha, Luz meistens über den Rand hinausspuckt. Aber das wusste ich damals noch nicht.

Zum Thema Wassernäpfe hatte ich mal irgendwo gelesen, dass manche Katzen es nicht mögen, wenn ihre Schnurrhaare beim Trinken den Gefäßrand berühren. Also habe ich kleine Haushaltsschüsseln mit relativ großem Durchmesser gekauft. Im Zweifel kann ich die selbst benutzen, dachte ich, und besorgte zudem zwei kleine Tabletts, denn die Schüsseln sind nicht wirklich kippsicher. Tatsächlich war aber bislang immer ich selbst schuld, wenn eine der Schüsseln gekippt ist.

Wie groß das Themenfeld Futter ist, war mir damals auch noch nicht bewusst. Damals ging es mir eigentlich nur darum, dass Luz zwar hauptsächlich Nassfutter bekommen sollte, ich aber für das geplante Clickern und Fummeln auf jeden Fall auch Trockenfutter brauchte. Grundsätzlich aber darauf achten musste, Luz nicht zu viel zu geben, da sie ohnehin schon auf der wohlbeleibten Seite des Lebens stand.

Nun ja, das Themenfeld hat sich als so groß und so viel differenzierter erwiesen, dass es hier auf der Seite Doktor, Luzi! separat behandelt wird.

2. Verdauen

Oder soll ich es auf den Punkt bringen und sagen: Pieseln und Kacken?! Wie auch immer, es braucht für die Katzen Erstausstattung

  • mindestens eine Katzentoilette
  • Katzenstreu

Das Katzenklo hat mir lange Kopfzerbrechen bereitet. Wohin damit in einer kleinen Zweizimmerwohnung? Der einzige Ort, an dem ich oder meine Gäste nicht ständig darüber stolpern würden, ist direkt neben dem Menschentoilette. Doch der Platz ist arg knapp bemessen. Mehr als ein S-size Klo war einfach nicht drin.

Deshalb haben sich auch jegliche Überlegungen erübrigt, welche Art von Katzenklo es denn bitte schön sein soll. Mit oder ohne Höhlendeckel oder erhöhtem Rand? Luz kannte nur das schlichte offene Design. Und der mangelnde Platz gibt nichts anderes her.

Zu unserem Glück begnügt Luz sich auch mit nur einer Toilette. Wäre sie hier nicht Alleinherrscherin, würde das natürlich auf gar keinen Fall reichen. Aber mehr als eine Katze in dieser Wohnung ginge sowieso nicht.

Bei der Wahl des Katzenstreus habe ich mich im Übrigen ganz an ihre Gewohnheiten gehalten und das Produkt genommen, das Luz bereits kannte. Ohne hier Werbung machen zu wollen: Wir sprechen von dem nicht-klumpenden weißen Streu aus Quarzsand und Kalk. Luz aalt sich nicht darauf, so weit geht die Liebe nicht. Aber wer sie mal scharren gehört hat, weiß, dass es für sie so schlecht nicht sein kann.

Wie sehr mich der Themenbereich Verdauung noch beschäftigen würde, konnte ich damals noch nicht ahnen…

3. Schlafen

Braucht es wirklich ein eigenes Katzenbett? Das kommt vielleicht darauf an. Wie eine Art Aussteuer hatte Romy eins mitgebracht. Das lag erst neben meinem Bett, dann neben meinem Schreibtisch und mittlerweile lagert es auf dem Schrank. Benutzt hat Luz es nicht ein einziges Mal.

Luz schläft nämlich am allerliebsten mit im Menschenbett. Und für den Fall, dass sie doch lieber alleine schlafen möchte (was im Sommer der Fall ist), hat sie ihren Platz auf meinem großen Wäschekorb direkt neben dem Bett. Darauf liegt ein Kissen als Polster und eine von gefühlt hundert Fleece Decken, die ich sowieso mein Eigen nenne.

Deshalb lautet hier meine Liste kurz:

  • Kissen
  • reichlich Fleece Decken

4. Spielen

Spielzeug gehört auf jeden Fall auch zur Katzen Erstausstattung. So zum Beispiel:

  • Katzenangeln
  • Mäuse und ähnliches Stoffgetier
  • Staubwedel (Stab mit Federn)
  • Bälle
  • Fummelbretter
  • Clicker mit ausziehbarem Targetstab

Auch hierbei half Luzis Aussteuer. Denn meine ersten Investitionen konnten Luz entweder nie oder erst sehr spiel später begeistern. Aber auch in Sachen Aussteuer weiß eigentlich nur ein einziges Teil zu überzeugen: eine von Luzis Ex-Nachbarin selbstgemachte Häkelmaus.

Katze Luzi und ihre Spielmäuse, die zum Teil zu ihrer Katzen Erstausstattung gehörten
Die Häkelmaus der Ex-Nachbarin ist noch immer Luzis liebste Maus

Zur Aussteuer gehörte ferner die einzige Katzenangel, mit der Luz je begeistert gespielt hat. Außerdem eine Eule und ein piepsender Kopffüssler(besser kann ich das Konstrukt nicht beschreiben – oben im Bild ist es das orangefarbene Dingelchen). Ich hatte noch einen Staubwedel, also ein Stab mit bunten Federn am Ende, zwei kleine Mäuse und einen weichen Ball mit Feder gekauft.

Später ist natürlich noch so einiges an Kleinkram hinzugekommen. Davon erfreut einzig ein kleiner blauer Fisch Luzis Gunst. Der trägt natürlich den Namen Dori und kann sich grundsätzlich an nichts erinnern, was Luz so mit ihr macht. Viel mehr als Schmusen ist das allerdings auch nicht.

Sehr beliebt und toll sind natürlich Fummelbretter, die man allerdings nicht nur kaufen, sondern vor allem auch wunderbar selber machen kann. Und ein Clicker mit ausziehbarem Targetstab kann auf gar keinen Fall schaden.

5. Kratzen

Es geht doch nichts über Krallenpflege. Dafür braucht es:

  • Kratzbaum oder Kratztonne
  • Kratzmatten
  • Kratzstamm
  • Kratzwelle

Wer eine große Wohnung hat und sich am üblichen Kratzbaum-Design nicht stört, kauft natürlich einen solchen. Ähnliches gilt für eine Kratztonne. Denn ja, klar, die meisten Katzen klettern gerne und lieben den Blick von oben. Der ist dann schon direkt gegeben und sollte fürs Erste auch reichen (siehe 6. Ausblick).

Ich hingegen wüsste in meiner Wohnung nicht wohin mit einem Kratzbaum. Abgesehen davon finde ich die meisten Kratzbäume oder -tonnen nicht schön. Zudem wusste ich schon damals, dass Luz eher auf erhöhte Plätze hüpft denn klettert. Zum Beispiel auf den Küchentisch, ihren zweitliebsten Platz in dieser Wohnung nach dem Bett. Wozu also in einen Kratzbaum investieren, wenn sie ihn eh nicht nutzt?

Kratzen muss trotzdem sein. Ich habe also erst einmal nur zwei Kokosmatten angeschafft. Eine fürs Schlaf- und die andere fürs Wohnzimmer. Später kamen weitere Kratzmöglichkeiten hinzu, so vor allem ein Regal mit Sisalteppich an den Seiten und Kuschelplatz oben drauf. Noch später gab es einen selbstgemachten Kratzstamm. Und neuerdings erfreut sich Luz ihrer Kratzwelle.

6. Ausblicken und Verstecken

Ein Kratzbaum, der auch noch in der Nähe des Fensters steht, damit auch nicht zu weit entfernt von einer Heizung, deckt natürlich schon mal viel ab in Sachen Ausblick. Ansonsten bieten sich an:

  • Kisten und Kartons als Höhlen
  • ein offener Kleiderschrank
  • Hängematten
  • Fensterbank

Zusätzlich mögen die allermeisten Katzen Höhlen, von denen aus sie die Welt sicher beobachten können. Luzis erste und bislang einzige Höhle, die sie liebt und die ihr Sicherheit bietet, ist mein offener Kleiderschrank. Solche Höhlen können aber natürlich auch Kartons sein, die oben auf dem Schrank stehen. Dann allerdings muss der Weg nach oben machbar sein. Luzi aber interessiert sich nicht die Bohne für Kartons. Hängematten sind sicherlich auch schick, sie brauchen halt nur eine sichere Befestigung, die bei so mancher Altbauwand/-decke schwierig ist.

Für die schöne Aussicht habe ich Luz noch vor ihrem Einzug etwas selbst gemacht: Aus einem alten Kellerregal habe ich ihr eine Fensterbank gebaut. Die hat lange ungenutzt vor der Balkontür gestanden, bis Luz sie für sich entdeckt und lieben gelernt hat.

7. Sicherheit

Für die Sicherheit im neuen Revier braucht es sicherlich vor allem sehr viel Aufmerksamkeit. Das ein oder andere Utensil gehört aber schon auf die Liste der Katzen Erstausstattung:

  • Katzennetz zur Balkon-/Fenstersicherung
  • Kippfensterschutz
  • keine Zimmerpflanzen oder Pflanzenschutznetz

Unser Balkon ist überschaubar klein und geht zudem zu einer stark befahrenen Straße hinaus. Hier ein Balkonnetz zu installieren war mir nicht erlaubt. Also habe ich mir nur ein Katzennetz gekauft und dies in einen Holzrahmen gespannt, der von außen die Balkontür sichert. Die kann nun im Zweifel auch in subtropischen Nächten offenstehen, ohne dass ich mich um meine Luz sorgen muss.

Jedem zukünftigen Menschen einer Katze sollte auf jeden Fall klar sein, dass das Kippen eines Fensters ohne Schutz absolut tabu ist. Die Gefahr, dass selbst so ein gemütliches Tier wie meine Luzi versucht hinauszuklettern und sich dabei fatal verletzen könnte, ist einfach viel zu groß.

Dennoch gibt es auch in meiner Wohnung ein Fenster, das in heißen Sommernächten auf Kipp steht: das im Bad. Zur Sicherung habe ich ein Fliegennetz so davor installiert, dass ich das Fenster noch öffnen kann, Luz aber keine Pfote dazwischen bekommt.

Mit solchen Fliegennetzen habe ich auch auf meine Zimmerpflanzen gesichert. Denn auch das muss klar sein: So ziemlich jede handelsübliche Zimmerpflanze ist für Katzen giftig. So zum Beispiel Birkenfeige, Bogenhanf und Drachenbaum. Die letzteren beiden stehen auch hier, eingewickelt in Fliegennetze.

Die Fliegennetze sind sicherlich nicht krallenfest. Aber sollte Luz jemals ihre Krallen zum Einsatz bringen, würde ich dies sofort bemerken. Dann hieße es Bye-bye Zimmerpflanzen. Und auch bye-bye frische Luft im Bad…

8. Reisen

Für Wege außer Haus braucht es:

  • Transportbox oder
  • Transporttasche
  • ggf. sogar auch Katzenleine

Reisen ist vielleicht nicht ganz das passende Wort, wenngleich es sicherlich Katzen geben soll, die sich auch mal einfach so zu Freunden mitnehmen lassen. Oder mit ihren Menschen an der Katzenleine spazieren gehen. Luz gehört definitiv nicht in diese Kategorie. Dennoch braucht es auch für die Luzis dieser Welt eine Transportbox. Wenn auch nur für den Besuch beim Tierarzt.

Aber was heißt hier »nur«?! Transportbox und Tierarzt fangen beide mit T an. Genauso wie Teufelswerk. Für Luzi sind sie jedenfalls gleichbedeutend mit dem Schlimmsten, was einer Katze widerfahren kann. So hat sie ihre Transportbox noch nie von innen gesehen. Ich brauche die nur aus ihrem Versteck hervorzuholen, da geht Luz sofort stiften.

Alternativ zur Transportbox für die Katzen Erstausstattung gibt es natürlich noch die Transporttasche. Mir persönlich ist die viel sympathischer. Luzi allerdings sieht das anders. Immerhin fängt die auch mit T an…

Was kostet eine Katzen Erstausstattung?

Das kommt sicherlich ganz darauf an. Ein deckenhoher Kratzbaum plus vielleicht noch eine Kratztonne für den zweiten Raum. Das extra-schicke Designerklo. Güldene Futternäpfe. Ich habe nicht die geringste Ahnung, was man die Katzen Erstausstattung alles ausgeben kann.

Bei mir war es nicht so viel, ich erinnere mich an unter 100 Euro. Auch seither stelle ich mir immer erst einmal die Frage: Kann ich das nicht auch selber machen? Denn laufende Kosten (Futter und Streu, vielleicht auch noch Medikamente, Tierarztbesuche) hat man ohnehin schon genug.

Meine Katzen Erstausstattung sah also wie folgt aus:

  • zwei Futternäpfe
  • zwei Wassernäpfe
  • eine abwischbare Unterlage
  • zwei kleine Tabletts
  • Nass- und Trockenfutter
  • Katzentoilette
  • Katzenstreu
  • Spielzeug (Mäuse, Katzenangel, Federwedel)
  • Clicker mit ausziehbarem Targetstab
  • zwei Kokosmatten zum Kratzen
  • eine Transportbox
  • ein Katzennetz und Holz für einen Türrahmen
  • Fliegennetze (als Kippfenster- und Pflanzenschutz)

Dass es in Luzis Revier mittlerweile weit mehr Katzenkram gibt, versteht sich von selbst. Denn natürlich lasse auch ich mich regelmäßig hinreißen und bringe meiner kleinen Panthera immer wieder eine Kleinigkeit mit.

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