Katze zupft an Decke: Luzis Anti-Zubbel-Training

Luzi hat viele Namen. Einer davon ist Zubbelliese. Denn meine Katze zupft an Decke, Kissen und dem Laken. Und weil sie dies bevorzugt in den frühen Morgenstunden macht, treibt sie mich damit oft bis kurz vor den Wahnsinn. Nun üben wir jeden Morgen ab spätestens sechs Uhr, dass Zubbeln nicht zielführend ist.

Katze zupft an Decke ist nicht gleich Katze tretelt

Großer Unterschied: Zubbeln versus Milchtritte. Wenn eine Katze tretelt (manche nennen es auch tritteln), ist das eine sehr liebevolle Sache. Als Kitten sorgen sie so dafür, dass die Muttermilch gut fließt. Später bedeutet dieses Kneten mit den Vorderpfoten vor allem Markieren mit dem eigenen Geruch, somit auch das Festlegen von Zugehörigkeit. Schließlich machen Katzen auf diese Weise auch ihr Bett: Sie treteln sich die Unterlage schön weich.

Das alles macht Luzi auch. Und ich liebe es. Von mir aus könnte sie sich gerne morgens um fünf auf mich legen und meinen Bauch kneten. Vielleicht würde ich davon noch nicht mal aufwachen. Und wenn doch, würde ich wahrscheinlich direkt wieder selig einschlummern.

Aber davon sprechen wir hier nicht. Wir sprechen davon, dass Luzi an Decke und Kissen zupft. Was auch nicht zu verwechseln ist mit Kratzen.

Katze zupft an Decke ist nicht gleich Katze kratzt

In Sachen Kratzen ist Luzi eine dermaßen Vermieter-freundliche Katze. Nicht ein einziges Mal hat sie bislang an einer Tür, einem Türrahmen oder einer Wand gekratzt. Aber auch das Mobiliar ist von ihr bisher nahezu komplett verschont geblieben.

Ich weiß noch, wie Romy mir prophezeite, dass Luzi auf jeden Fall an meinen Korbmöbeln kratzen würde. Die wären ja eine echte Einladung dafür. Aber nix da. Auch Sofa, Tische, Kommoden, Regale – keinerlei Kratzspuren. Einzig die Sitzflächen meiner Küchenstühle und manchmal einer der Teppiche scheinen ihres Kratzens wert zu sein.

Anders sieht es aus, wenn sich Luz die Chance zum Zupfen bietet.

Wenn Luzi zubbelt

Zubbeln, das bedeutet, dass Luzi an einem Stoff oder einem Stoff-ähnlichen Material so lange zupft, bis sich ein Fädchen in einer ihrer Krallen verfängt. Dann führt sie diese Pfote zu ihrem Mäulchen (oder ihr Maul zur Pfote) und tut so, als wolle sie daran knabbern.

Bemerke: Sie tut nur so. Würde sie daran dann tatsächlich knabbern, müsste ich davon ausgehen, dass sie am Pica-Syndrom leidet.

Was ist das Pica-Syndrom?

Das Pica-Syndrom ist eine Essstörung, von der auch Menschen betroffen sein können. Dahinter steht das Verlangen, Ungenießbares zu essen. In Hinblick auf Katzen bedeutet dies, dass sie Dinge verspeisen, die auf dem Boden herumliegen. Oder an Decken lecken, bis von der Decke nicht mehr allzu viel übrig ist.

Luzi aber zubbelt nur. Sie zupft an Stoffen und tut dann nur so, als hätte sie ein kulinarisches Interesse. Mit anderen Worten: Luzi hat nur eine Pica-ähnliche, sehr Luzi-artige Marotte. Die vielleicht ein Ausdruck der Langeweile einer reinen Wohnungskatze ist. Die aber vor allem auch ihr probates Mittel ist, mich in den frühen Morgenstunden zu wecken.

Diskussionen in den frühen Morgenstunden

Von Luzis Strategien, mich frühmorgens zu wecken, habe ich ja bereits erzählt: Springteufel, Köpfeln, Zubbeln.

Nun kann ich das ja alles verstehen. Wenn die Sonne wie zur Zeit so früh den Tag einläutet, will Luz einfach nicht länger warten, bis ich mich aus dem Bett quäle. Ihr ist dann nach Action. Vielleicht quält sie auch der Hunger. So oder so trifft dann Katze im Zustand maximaler Energie auf Mensch, der dem nicht viel entgegenzusetzen hat.

Dummerweise habe ich mich über lange Zeit hinweg auf Diskussionen eingelassen. Jeden Morgen dachte ich, ich könnte es ja heute vielleicht doch schaffen, Luzi wieder müde zu schmusen. Das heißt, wenn sie direkt neben meinem Ohr am Kissen gezupft hat, habe ich mich ihr zugewandt und angefangen sie zu streicheln.

Blöder Fehler.

Letztendlich habe ich sie damit nur bestätigt. Außerdem habe immer ich schließlich nachgegeben und bin aufgestanden, um ihr was zu futtern zu geben.

Diese Zeiten sind nur vorbei.

Das Anti-Zubbel-Training

Kürzlich hatte Luzi mal wieder mitten in der Nacht gastritisch gekotzt. Es war also klar, dass auf gar keinen Fall ein frühes Frühstück würde geben können.

Das wusste ich. Das wusste nur Luzi nicht. Statt sich wieder hinzulegen und ihren Bauch ruhen zu lassen, bearbeitete sie mich und meine Bettwäsche zwei Stunden lang. Es war so gegen sieben Uhr, da sie schließlich erschöpft neben mir im Bett zusammenbrach.

In dieser Nacht allerdings habe ich damit begonnen, sie sehr sanft, aber bestimmt vom Bett zu schubsen. Und zwar immer dann, wenn sie wieder mit dem Zubbeln angefangen hatte.

Wohl bemerkt: Das Schubsen war mehr ein Schieben an die Bettkante. Auf dass ihr nichts anderes bleibt, als selbst vom Bett zu hüpfen. Und es bedeutet auch, dass es eine eindeutige Reaktion auf das Zubbeln ist. Um mich herum laufen, mich köpfeln oder treteln – alles erlaubt. Allein das Zubbeln führt direkt vom Bett: Gehen Sie nicht über Los. Ziehen Sie kein Futter ein.

Tatsächlich scheint dieses Anti-Zubbel-Training zu wirken. Luz scheint so langsam, aber sicher zu verstehen. Es hat ein paar Tage gedauert. Und diese Diskussion ist noch nicht komplett beendet. Aber in der Tendenz wird es langsam besser.

Ich werde natürlich noch immer viel zu früh geweckt. Das werde ich Luz wohl auch nicht abgewöhnen können. Aber dieses absolut nervige Zupf-Geräusch wird langsam seltener. Und das ist alles, worum es mir geht.

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