Katze und ihre Nachbarn – Luzi weiß zu entzücken

Alle Katzen haben Nachbarn. Selbst eine Katze wie die Luzi, die niemals vor die Tür geht, hat Nachbarn. So kommen wir zwar nicht in die Situation, dass meine Katze beizeiten mal die Nachbarn besucht. Oder dass sie die Nachbarschaft mit ihren Hinterlassenschaften beglückt. Aber dennoch wohnt auch die Luzi in diesem Haus. So wissen vielleicht nicht alle menschlichen Mitbewohner/innen um ihre Existenz. Aber einige freuen sich doch über sie.

Luzi zaubert ein Lächeln ins Gesicht …

… der Nachbarin

Es ist immer wieder beeindruckend, wie Katzen es schaffen, Menschen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Und das einfach nur, weil sie da sind. Oder weil sie zum Gesprächsthema werden.

Als Luzi bei mir einzog, habe ich dies meinen Nachbarn angekündigt: Bei mir zieht eine Katze ein. Ich weiß noch, wie ich vor meiner Nachbarin stand und es ihr erzählte. Plötzlich wurde ihr Gesicht butterweich und sie fing an zu lächeln.

Nun hat meine Nachbarin normalerweise einen ganz normalen Ausdruck im Gesicht. Weder griesgrämig noch übermäßig glückstrahlend. Sie schaut halt so drein, wie ich es von mir selbst auch vermute: auf individuelle Weise irgendwie neutral. Muss ja nicht jeder ständig wie ein Honigkuchenpferd aussehen.

Aber in dem Moment, als sie von Luzis Einzug erfuhr… Jetzt kommt erschwerend hinzu, dass sie auf jeden Fall eine Tierfreundin ist. Sie selbst hat keinen felligen Mitbewohner, aber – wie ich es nenne – einen Schwiegerhund. Sprich: Sie hat viel Kontakt zum Hund ihrer Schwester und dem Schwager. Weshalb ich den Hund eigentlich auch Neffenhund nennen könnte. Aber Schwiegerhund gefällt mir irgendwie besser. Wie auch immer. Die Begeisterung für Fell und feuchte Nasen ist also gegeben.

Und so passiert es immer wieder, wenn die Rede von Luzi ist: ein Lächeln im Gesicht. Oder wenn meine Nachbarin bei mir vor der Tür steht und Luzi kommt des Weges. Wenn plötzlich ihr Maunzen erschallt. Geht irgendwie nicht ohne Lächeln im Gesicht.

Hm. Vielleicht sollte ich auch öfter mal einfach nur maunzen, wenn ich jemanden von mir oder meinen Ideen überzeugen möchte.

… dem Katzenfreund direkt nebenan

Am Tag nach Luzis Einzug musste ich dann ja erst einmal zum Nachbarn, dessen Schlafzimmer direkt neben unserem liegt. Ich hatte befürchtet, Luzi könnte ihm genauso wie mir eine schlaflose Nacht beschert haben. Dem war aber zum Glück nicht so.

Vielmehr stellte sich heraus, dass er ein Nachbar ist, der schon mal eine Katze in Pension gehabt hatte. Er wusste also um die Probleme beim Revierwechsel. Und lächelte, als er von der kleinen Angstkatze in der Nachbarwohnung erfuhr.

Allzu oft haben wir uns seither nicht getroffen und erzählt. Aber wenn, dann fragt er nach Luzi. Und lächelt dabei.

… dem Nachbarn, dem meine Katze vertraut

Selbst den vierten Nachbarn auf unserem Stockwerk konnte ich mit der Ankündigung einer Katze nicht schocken. Ich konnte ihn allerdings auch nicht begeistern. Kein Lächeln seinerseits. Zumindest nicht als erste Reaktion.

Er hätte es nicht so mit Katzen, erklärte er mir damals. Er würde Hunde bevorzugen. Nun gut, dachte ich, jeder Jeck ist anders. Letztlich wird er Luzi ja kaum zu Gesicht bekommen.

Dann kam es aber, wie es kommen musste. Der steht nicht auf Katzen? muss sich Luz damals gesagt und es direkt als Herausforderung verstanden haben. Jedenfalls begab es sich, dass mein Nachbar und ich irgendwann mal in meiner Wohnungstür standen – und Luzi entgegen ihrer sonstigen Gewohnheiten nicht das Weite suchte. Ganz im Gegenteil: Neugierig kam sie an und beschaute sich den Mann, der keine Katzen mag.

Der erste Blickkontakt zwischen Katze und ihrem Nachbarn

Das allein fand mein Nachbar ja schon kurios. Als sie ihm dann aber auch noch – ganz höfliche Katze – ein Zwinkern schenkte, war es um ihn geschehen. Vielleicht würde er es selbst gar nicht so benennen. Aber sein butterweicher Ausdruck und das Lächeln sprachen Bände.

Katzen und der Blickkontakt – das ist so eine Sache. Nicht immer bedeutet der was Gutes. Aber wenn ein Zwinkern mit im Spiel ist, fliegen keine Pfoten. Und es folgt auch kein Fauchen. Blickkontakt mit Zwinkern ist auf jeden Fall was Nettes. Vielleicht bedeutet es einfach nur: Hallo, ich komme in Frieden. Vielleicht will sie damit aber tatsächlich Zuneigung zum Ausdruck bringen.

Für uns Menschen ist Blickkontakt jedenfalls etwas elementar Wichtiges. Und wenn einen dann auch noch so ein hübsches Augenpaar anschaut und dabei so entzückend zwinkert… Mein Nachbar war berührt, so viel ist klar.

Bei einem späteren Treffen ist Luz dann tatsächlich mal ganz nah an ihm vorbeigeschwänzelt und hat ihm dabei auch noch ein keckes Miau gegönnt. Da war mein Nachbar dann gänzlich in ihrem Bann. Ich meine, wer so offensichtlich angeflirtet wird, lächelt vielleicht nicht zwangsläufig aus purem Glück. Vielleicht war sein Lächeln mehr seiner Verblüffung geschuldet. Aber gelächelt hat er auch da mal wieder – butterweich!

Und nun zuletzt, nach längere Zeit ohne weiteren Kontakt, trifft Luz mal wieder auf eben diesen Nachbarn. miau, Miau, MIAU!!! beschwerte sie sich erst bei mir darüber, dass ich so lange mit ihm in der Tür gestanden hatte. Um ihm dann einmal mehr ein Zwinkern zu schenken. Und das alles, obwohl ihr da bestimmt noch der Besuch von den Handwerkern in den Katzenknochen steckte.

Offenbar hat mein Nachbar was, wovon sich Handwerker eine Scheibe abschneiden könnten. Was genau das ist, wird aber wohl Luzis Geheimnis bleiben.

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