Katze knetet ihren Menschen: Die Luzi Massage

Wenn eine Katze ihren Menschen knetet, ist das eine sehr liebevolle Angelegenheit. Es ist aber auch etwas, dem die Luzi sich mit großer Ernsthaftigkeit widmet. Nur manchmal kommt es vor, dass sie einen Teil ihrer Aufmerksamkeit auf andere Dinge richtet. Dann schaut sie wie im Bild oben aus dem Fenster. Meist aber ist sie ganz bei mir. Schaut mir in die Augen. Achtet auf meine Reaktionen. Und knetet, was das Zeug hält.

Katze Luzi ist als Physiotherapeutin immer ernst bei der Sache: die Luzi Krallenmassage
Ernst bei der Sache: Luzi als Physiotherapeutin mit Krallen

Wenn die Katze knetet, geht es um Weltherrschaft

»Weltherrschaft? Wie kommt sie denn jetzt darauf?«, mag der ein oder die andere sich nun fragen. Was hat eine Katze, die ihren Menschen knetet, mit solch großen Zielen zu tun? Geht es nicht vielmehr um den Milchtritt, den Katzen ständig praktiziert haben, als sie noch kleine Kätzchen waren? Und heißt es nicht, dass das Treteln (oder Tritteln) viel mit dem Verteilen von Pheromonen zu tun hat?

Genau hier findet sich der Zusammenhang: Wenn eine Katze knetet, verteilt sie Pheromone. Ihre Pheromone, mit denen sie ihre Umwelt markiert. Auf diese Weise definiert sie nicht nur ihr Revier. Sie definiert auch, dass dieser Mensch oder jene Katze Teil ihres Reviers ist. Somit also ihr gehören. Wie ohnehin alles in ihrem Revier der Katze gehört. Und vom Revier bis zum Rest der Welt ist es ja dann auch wirklich nicht mehr weit…

Uns Menschen von Katzen kann das alles nur recht sein. Wir wissen ohnehin, dass wir nur noch in der zweiten Reihe stehen. Unseren Freunden gegenüber, die immer erst einmal die Katze begrüßen, bevor wir ein »Hallo!« bekommen. Aber auch gegenüber der Katze selbst, die seit ihrem Einzug das Sagen hat. Und der wir seither gerne dienen. Ich jedenfalls hatte noch nie eine/n Chef/in, für die/den ich – ohne zu murren – die Toilette gesäubert hätte. Oder deren Erbrochenes ich voller Gleichmut entfernt hätte. Das vorangegangene Dosenöffnen nicht zu vergessen.

Und weil wir Menschen von Katzen das alles in Kauf nehmen, bekommen wir dafür ihre Zuwendung. Das ein oder andere Maunzen. Viel Schnurren. Aber vor allem die ein oder andere Massage.

Spaß beiseite: Kneten bedeutet liebevolle Zuwendung

Katzen massieren nicht nur ihre Menschen. Gerne knetet die eine Katze auch mal eine andere ordentlich durch. Es soll sogar Katzen geben, die ihre Pfoten Hunden zugute kommen lassen.

Irgendwie bekommt man da schon den Eindruck, als fühlten Katzen sich zur Physiotherapeutin berufen. Oder zumindest zur Wellness-Masseurin. Aber wahrscheinlich haben sie einfach nur einen feinfühligen Sinn dafür, wie sie ihre Zuneigung am besten ausdrücken können: durch Kneten und Schnurren.

Diese Zuwendung, dieser Ausdruck von Liebe, ist leider nicht immer angenehm. Es soll Katzen geben, die beim Treteln ihre Krallen einziehen. Es gibt aber auch Katzen wie Kater Cobi. Dessen Krallen sind mindestens so beeindruckend wie seine Reißzähne, die er im Gegensatz zu Luzi noch besitzt. Laut Romy hat der schwerbewaffnete Cobi auch noch die Eigenart, besonders ausgiebig zu kneten. Das ist dann nicht immer schön.

Wobei man darin sicherlich die physiotherapeutische Sinnhaftigkeit sehen sollte. Akukrallur nenne ich diese Technik. Wahlweise auch Krallupunktur. An den richtigen Stellen eingesetzt, kann das durchaus hilfreich sein. Weil es die Durchblutung fördert. Muskeln entspannt. Bestenfalls auch Schmerzen lindert. Also alles Dinge, die man von einer guten Physio erwartet.

Auch Luz zieht ihre Krallen bei der Luzi Massage nicht ein. Ganz im Gegenteil: Meine Katze knetet mich nicht nur, sie zupft auch an mir. Beziehungsweise würde sie an mir zupfen, wenn sich nicht zwischen ihr und mir immer eine Decke befände, an der sie zupfen kann. Das ist nämlich der Deal zwischen uns: Sobald sich eine Decke auf mir befindet, darf sie auf mich klettern und sich dort austoben.

Der Deckendeal

Manchmal frage ich mich, wie es eigentlich zu dem Deckendeal kam. Klar, ich habe früh damit begonnen, mich selbst vor ihren Krallen zu schützen. Aber wann hat sie verstanden, dass sie nur auf mich hüpfen darf, wenn auf mir bereits eine Decke liegt?

Es ist nämlich so, dass sie immer wartet, bis alles für sie gerichtet ist. Sie schaut mich sogar fragend an. Unter dem Motto: »Kann ich?« Und dann wartet sie im Allgemeinen auf meine Bestätigung.

Sicher, es gibt auch Ausnahmen. Wenn ich für ihren Geschmack nicht schnell genug bin. Aber selbst dann lässt sie sich nicht auf mir nieder, sondern läuft einmal nur ungeduldig über mich hinweg. Letztlich scheint sie genauso wie ich zu wissen: Nur mit mich schützender Decke macht die Luzi Massage uns beiden Spaß.

Luzi ruft zum Schmusen

Wie ich schon kürzlich feststellte: Luzi ruft mich zum Schmusen. Es ist wirklich herzallerliebst, wie sie über das Bett läuft und mich herbeizitiert. Erst noch relativ dezent. Aber wenn ich spätestens nach dem dritten »Mau!« noch nicht gekommen bin, wird sie massiver: »Maaauuu!!!! MAAAUUUUU!!!«

Schmusen mit Luz bedeutet jedenfalls immer, dass ich eine ordentliche Luzi Massage bekomme. Und dabei achtet sie durchaus auf meine Reaktionen. Für ein »Ah, sehr gut!« oder meinen dilettantisch Versuch, eine Art von Schnurren von mir zu geben, bekomme ich von ihr immer einen fragenden Blick. Und oft knetet sie an der entsprechenden Stelle dann noch ein bisschen weiter.

Manchmal legt sie sich dann aber auch direkt hin und lässt sich von mir kraulen.

So oder so: Die Luzi Massage entschädigt für alles, was sonst so zum alltäglichen Katzenwahnsinn gehört.

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