Katze hat Durchfall: Öfter mal was Neues bei Luzi

Wenn mir einer gesagt hätte, wie oft und intensiv ich mich mit den Exkrementen meiner Katze beschäftigen muss… Daran, dass es bei Luzi oft nicht so richtig fluppen will mit dem Big Deal, habe ich mich ja schon gewöhnt. Der Anblick, der sich mir normalerweise bestenfalls jeden Tag einmal bietet, ist also eher fest. Tendenziell drüsch (Kölsch für trocken). Doch nun hatte meine Katze plötzlich Durchfall. Öfter mal was Neues bei der Luz! Wäre ja auch sonst langweilig…

Durchfall ist ein Symptom

Wie bei uns Menschen ist es auch bei der Katze: Durchfall ist nur ein Symptom. Wofür, das gilt es dann herauszufinden. Handelt es um eine Infektion (Bakterien, Viren, Parasiten, Pilze), um eine Stoffwechselerkrankung oder um etwas, das ernährungs- oder stressbedingt ist? Eine Diagnose kann da sicherlich nur ein Tierarzt stellen.

Tatsächlich habe ich unsere Tierärztin erst einmal nicht konsultiert. Weil das bei Luzi ja immer mit extremem Stress verbunden ist. Bevor ich den lostrete, wollte ich wissen, ob wir es nur mit etwas Kurzfristigem zu tun haben.

Bislang war es jedenfalls so, dass Luzi durchaus schon mal zwischendurch einen etwas weicheren Stuhlgang hatte. In meinem wunderbaren Luzi Kackekalender notiere ich so etwas immer entsprechend. Statt »vormittags, ok« heißt es dann vielleicht »nachmittags, weich«. Oder auch »frühmorgens, viel zu weich, OLF!«. Wobei Luzi ja gar nicht zu merken scheint, wie sehr sie mal wieder geolft hat.

Wenn es hinten viel zu weich herauskommt, merkt sie das aber schon. Und sicherlich stört es sie auch. Spuren rund um ihre Toilette haben da durchaus schon Bände gesprochen. Aber wie gesagt: Bis dato ist dies höchst selten und immer nur vereinzelt vorgekommen.

Nun aber baute sich der Spaß langsam auf. Den einen Abend gab es erste Anzeichen. Den Folgetag waren 50 Prozent der Pracht viel zu breiig. Später am Abend desselben Tages gab es dann noch eine Ladung weicher Matschepampe.

Spätestens da fingen meine Alarmglöckchen an zu läuten. Kein schrilles Panikgeläute. Aber eine angemessene Reaktion schien mir geboten. Was würde ich tun, wenn es mich beträfe? Zwieback, viel Wasser, Elektrolyte – und hoffen auf die Selbstheilungskräfte.

Schonkost, wenn die Katze Durchfall hat

Zwieback kommt bei einer Katze natürlich nicht infrage. Wasser und Elektrolyte hingegen schon. Und die passende Schonkost.

Gekochtes Hühnchen, so liest man überall, dient der Katze auch bei Durchfall. Ich hatte das Hühnchen aber zuletzt schon kochen müssen, als Luz mal wieder mit Erbrechen zu tun hatte. Nun fiel mir ein, dass ich einst im Tierfutter-Fachgeschäft meiner Wahl versehentlich zur Durchfall-Schonkost gegriffen hatte. Also wusste ich, dass es auch für diesen Zweck das passende Katzenfutter gibt. Pute pur, mit Elektrolyten versetzt. Das erschien mir eine vernünftige Wahl zu sein.

Pure Pute kennen wir schon als sensitives Futter. Da fehlen dann offenbar nur die Elektrolyte. Von denen aber, dachte ich mir, sollte Luz wenigstens ein bisschen was abbekommen. So gab es in den folgenden Tagen also abwechselnd die eine und die andere Puten-Variante.

Das hat dann auch geholfen. Am nächsten Tag ist Luz gar nicht auf den Topf gegangen. Am Tag darauf waren noch immer 50 Prozent zu weich. Und seit dem dritten Tag mit purer Pute ist ihr Stuhlgang wieder von normaler Beschaffenheit.

Bleibt die Frage: Warum nur hatte Luzi Durchfall?

»Waren Sie denn schon beim Tierarzt?«, fragte mich die Betreiberin des Zoofachgeschäftes, als ich mit dem Durchfall-Futter an der Kasse erschien. »Nee«, sagte ich, »ich gehe von Stress aus.« Also sprachen wir über Luzis ja noch immer relativ neues tägliches Sportprogramm. Und weil meiner Gesprächspartnerin klar ist, dass so etwas immer mit Leckerli zu tun hat, war ihr Tipp: »Sie haben ihr bestimmt zu viele Leckerchen gegeben!«

Das will ich nicht komplett in Abrede stellen. Natürlich hat Luz in den letzten Wochen doch mehr von dem verdauungsförderlichen Trockenfutter bekommen, das ich immer als Leckerli benutze. Aber meine Theorie geht eher in die Richtung der zu vielen Veränderungen innerhalb weniger Wochen.

Stressbedingter Durchfall bei sensibler Katze

Hatte ich gerade von Erbrechen gesprochen? Den ganzen Sommer über hatten wir in der Hinsicht Ruhe. Klar, der ein oder andere Haarballen musste raus. Aber es gab keine Hinweise auf Gastritis. Die gab es erst wieder, als wir mit dem regelmäßigen Training auf der Rampe und mit dem Skateboard begonnen hatten. Deshalb auch die Hühnchen-Schonkost.

Im Rahmen der Schonkost gab es dann auch tatsächlich den ein oder anderen Futterwechsel. Nichts Besonderes, dachte ich. Futterwechsel hatte es hier immer wieder mal gegeben – ganz ohne Durchfall.

Jedenfalls scheint das Ganze auch gar nichts damit zu tun zu haben, dass dass Luzi das Training nicht lieben würde. Wann immer ich die Rampe hervorhole, kommt Luz fröhlich gurrend angelaufen. Vor das Skateboard legt sie sich allzu oft demonstrativ. Und bei beiden Übungen schnurrt sie meist.

Stress muss aber auch nicht immer negativer Stress sein. Auch ein positiv aufregendes Erlebnis will erst einmal verarbeitet sein. Ich kann es nicht mit Sicherheit sagen, aber so verstehe ich es. Und ich meine: Wir reden hier von einer Katze. Und dann auch noch von Luz. Sprich: Von dem wahrscheinlich sensibelsten Wesen zwischen Himmel und Erde.

So oder so: Der Big Deal hat wieder eine gute Struktur – und der Luzi geht es wieder gut. Das ist alles, worauf es ankommt.

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