Heizkosten sparen mit Katze – ein Luzi DIY

Überall findet man in diesen Zeiten Tipps zum Sparen der Heizkosten. Dabei ist dann eines von den üblichen mindestens zehn Dingen, die man tun kann, die Türen geschlossen zu halten. Aber wie soll das funktionieren in einem Haushalt mit Katzen? Darüber habe ich mir auch bei Höchsttemperaturen den Sommer über Gedanken gemacht. Und bin zu dem Schluss gekommen, dass es für das Sparen von Heizkosten in einer Wohnung mit Katze Vorhänge braucht!

Was das Heizen ab Oktober 2022 kostet

Aktuell lese ich, dass eine Kilowattstunde Gas ungefähr 40 Cent kostet. In Worten: Vierzig Cent.

Das ist schier unglaublich und kaum fassbar.

Bei mir ist es nicht ganz so schlimm. Als langjährige Bestandskundin eines Grundversorgers zahle ich aktuell noch sieben Cent irgendwas. Ab Oktober werden es aber über 18 Cent pro Kilowattstunde sein. Das ist mehr als das Doppelte und berücksichtigt noch nicht mal die Gasumlage, über die zur Zeit aller Orten gesprochen wird.

Als die Mitteilung vor einigen Wochen kam, war ich gleichzeitig schockiert und erleichtert. Immerhin hatte ich es endlich mit einer konkreten Zahl zu tun. Damit kann man arbeiten.

Das ist halt der Vorteil, wenn es in der Mietwohnung eine Gasetagenheizung gibt. Ich muss nicht warten, bis mein Vermieter mir irgendwann nächstes Jahr eine Abrechnung schickt. Als Kundin des Gasanbieters kenne ich den Schrecken jetzt schon.

Allerdings ist mir auch klar, dass das noch nicht das Ende der Fahnenstange sein muss. Die Preisentwicklung kann und wird wahrscheinlich auch bei mir noch weiter durchschlagen. Aber auch dann wird mein Grundversorger die Abschläge direkt anpassen und nicht erst nächstes Jahr mit einer fetten Nachzahlung ankommen.

Vorgewarnt mache ich mir also schon lange Gedanken darüber, wie ich Heizkosten sparen kann, auch wenn ich mit einer Katze zusammenlebe.

Meine erste Maßnahme war: Wärmeinseln schaffen. Dafür habe ich Körnerkissen genäht. Allzu viel können die an der Gesamtsituation nicht ändern. Aber warme Füße für mich und ein warmer Liegeplatz für die Luz, das kann auf keinen Fall schaden.

Türen offen und trotzdem Heizkosten verringern?

Wer mit Katzen zusammenlebt, weiß, dass die Türen immer offen sein müssen. Alles andere führt nur zu Stress. Immerhin muss eine Katze immer wieder mal aufs Klo. Das kündigt sie nicht an mit einem wohlartikulierten: »Du, ich müsste mal. Könntest du mir die Türen öffnen?« Aber auch ohne Geschäfte steht es einer Katze einfach zu, jederzeit jeden Teil ihres Reviers durchwandern zu können.

Doch wie kann ich Heizkosten sparen, wenn ich wegen meiner Katze eben nicht die Türen schließen kann?

Diese und ähnliche Fragen wollte ich zu Beginn des Sommers mit unserem Schornsteinfeger erörtern. Immerhin sagte der mit dem Brustton der Überzeugung von sich, er sei Energieberater.

Allzu viel Sinnvolles konnte oder wollte er aber nicht beitragen. Wenn ich nicht bereit sei, einzelne Räume nicht zu heizen, könne er mir nicht helfen. Und wenn es mir nicht passe, über Jahre hinaus auf eine Gasetagenheizung angewiesen zu sein, solle ich doch ausziehen. Wäre ohnehin Unsinn, was die Politiker immer so erzählen. Von ihm könne man übrigens nicht erwarten, dass er morgens noch länger im Stau stehe, wenn eine der Hauptverkehrsstraßen im Viertel wegen des Ausbaus des Fernwärmenetzes monatelang kaum befahrbar sei.

Hmhm, dachte ich. Wenn sich so jemand Energieberater nennen darf, steht es um die Energiewende tatsächlich nicht allzu gut.

Bei so viel vor Kompetenz strotzender Beratung blieb mir also nicht viel anderes übrig, als mir selbst Gedanken zu machen. Wie kann ich trotz Katze einzelne Räume nicht beheizen und somit Heizkosten sparen?

Die einzige Antwort, die mir darauf einfiel, waren Vorhänge.

Vorhänge statt Türen: So lassen sich auch mit Katze Heizkosten sparen

Durch Vorhänge kann die Luzi laufen. Das hat sie mir schon mehrfach bewiesen. Sie kann sich auch hervorragend hinter Vorhängen verstecken. Auch das hatten wir schon.

Schon seit vielen Jahren weiß ich, dass vor allem die Wohnungstür ein Problem ist. Durch deren Ritzen zieht alles herein, was im Hausflur nur so stinken kann. Gut ersichtlich ist der stete Luftstrom an den Dreckspuren, die ich regelmäßig im Rahmen vorfinde.

Mindestens vor diese Wohnungstür muss also ein Vorhang, dachte ich mir. Damit die Kälte draußen bleibt. Und ein zweiter vor die Wohnzimmertür.

Somit wäre die Wohnung in zwei Bereiche geteilt: den Funktionsbereich mit Flur, Küche und Bad im vorderen Teil. Und den Wohn- und Schlafbereich im hinteren Teil. Der vordere Teil ist damit derjenige, der weniger bis kaum beheizt wird, während es im hinteren mollige 19 Grad gibt.

So würde ich nun jede Wohnung einteilen: In Funktions- und Wohnbereich. Wobei das Schlafzimmer bei einem anderen Grundriss sicherlich mit zum weniger beheizten Bereich und eine Wohnküche zum beheizten Bereich gehören könnte.

Die Aufteilung bei uns hat vor allem was damit zu tun, dass das Wohnraum ein Durchgangszimmer ist, in dem sich das zentrale Thermostat befindet. Und das soll nicht die ganze Zeit Heizbedarf vermelden. Bloß weil es eine offene Tür weiter kälter ist und diese Kälte hereinzieht.

Mit dem richtigen Stoff Heizkosten sparen

Manchmal fühle ich mich wie ein Showroom des großen schwedischen Möbelhauses mit vier Buchstaben. Wobei ich vor allem die Produkte zeige, die bereits aus dem Sortiment genommen wurden. Oder um es so zu sagen: Immer das, was mir besonders gut gefällt, verschwindet aus deren Katalog.

So habe ich mich auch mit der Auswahl der Vorhänge schwergetan. Unter den Vorhängen, die über die entsprechende Fadendichte verfügen, um überhaupt gegen Zugluft wirksam sein zu können, gefielen mir die meisten nicht. Zu weiß, zu dunkel, Qualität wie ein Duschvorhang etc.

Und dann lag da der eine rote Vorhang, der ursprünglich 40 Euro kosten sollte, für schlappe neun Euro. Rot, so dachte ich, ist super. Nehme ich mit.

So passt das Ganze im Übrigen auch in die Kalkulation. Natürlich kann man für einen Vorhang auch einen Monatsbeitrag für die Gaskosten hinlegen. Das würde sich letztlich wohl auch noch rechnen. Mit einer 9-Euro-Investition aber mag das Sparen der Heizkosten in einem Haushalt mit Katze mindestens so gut gefallen wie das Bahnfahren mit dem 9-Euro-Ticket einen Sommer lang.

Nun bin ich also stolze Besitzerin eines der letzten roten Vorhänge, die die Schweden überhaupt noch verkauft haben. Und dies in einer dichten, relativ schweren Baumwollqualität, die sowohl vor Zugluft als auch vor Hitze schützen soll.

Den Vorhang waschen, zuschneiden, nähen und aufhängen

Wie man sich so einen Vorhang nun auf die passende Länge bringt, muss ich nicht wirklich erklären, oder? Maß nehmen (mit einer Zugabe für den Saum), abschneiden und dann nähen. Oder mit diesem Klebeband, das es bei den Schweden gibt, auf die passende Länge bügeln, das geht auch. Und hält zumindest eine gewisse Zeit.

Wesentlicher ist, den Vorhang vor dem Zuschneiden erst einmal zu waschen. Maximal vier Prozent Einlaufen bedeutet auf drei Meter Länge halt, dass es nach dem Waschen nur noch 2,8 Meter sein können.

Den Fehler, erst zuzuschneiden und dann zu waschen, begeht man bestenfalls nur einmal.

Das mit dem Zuschneiden funktioniert dann im Übrigen auch von oben. In meinem Fall hatte der Vorhang nämlich große Metallösen zur Aufhängung. Die habe ich vor dem Waschen abgeschnitten. Richtig Maß genommen habe ich dann erst nach dem Waschen und für die Aufhängung ein Schlaufenband aus dem Schweden-Sortiment angenäht.

Um es Luz etwas leichter zu machen, habe die Länge übrigens so gewählt, dass der Vorhang nicht auf den Boden stößt. Auch in Hinblick auf die Gastherme ist das sicherlich eine gute Idee. Die braucht eine Menge Luft, um sicher arbeiten zu können. Heizkosten sparen und dann an Kohlenmonoxid-Vergiftung sterben, das kann nicht die Lösung sein.

Schwieriger gestaltete sich da doch die Aufhängung als solche. Ich spreche von der Montage der Vorhangstange. Wie bereits erzählt, traf bereits das erste Bohrloch eine Stromleitung. Und an anderer Stelle rieselte beim Entfernen alter Dübel nur so der Putz.

Aber auch das hat die Luz mit Bravour gemeistert. Und so wird sie es auch hinbekommen, sich zukünftig bei ihren Streifzügen durch ihr Revier immer wieder an dem neuen roten Vorhang vorbeizudrücken.

Ob das Ganze den Aufwand wert war und wir trotz Katze tatsächlich Heizkosten sparen konnten, werde ich aber erst nächstes Frühjahr wissen.

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