Futtermenge für Katzen: Wie viel Futter braucht Luzi?

Leider, leider: Luzi hat im vergangenen Jahr wieder zugenommen. Nicht dass mich diese Erkenntnis überrascht hätte. Man hatte es gesehen, und die Waage hatte klare Worte gesprochen. Zudem war mir durchaus bewusst, dass ich Luzi zu viel Futter angeboten hatte. Auch wenn ich nicht wirklich wusste, was eigentlich die passende Futtermenge für Katzen im Allgemeinen und für Luz im Speziellen sein soll.

Dann hatte unsere Tierärztin ein Machtwort gesprochen und die Marschroute vorgegeben. Das Ziel lautet 4,7 Kilogramm. 600 Gramm müssen weg. Und dafür sollte nun ein gutes Diätfutter her. Mit wenig Kalorien, hohem Faseranteil und somit auch die Verdauung fördernd. Auch wenn es in Sachen Verdauung bei Luzi seit ihrer letzten Begegnung mit der Tierärztin eigentlich gut läuft: Zwei weitere Zähne quälen sie nicht länger, also kann die kleine Maus auch wieder große Geschäfte machen.

Nun hält Luzi schon seit über drei Monaten Diät. Nur leider will es mit dem Abnehmen nicht so gut klappen. Zwischenzeitlich hatte ich schon befürchtet, die Waage könne gar nichts anderes mehr anzeigen als 5,3 kg. Also habe ich mich selbst daraufgestellt. Nun, an der Waage lag es nicht. Aber immerhin: 200 von den gewünschten 600 Gramm sind inzwischen weg. Luzi steht in dieser Hinsicht also wieder da, wo sie das Jahr 2019 begonnen hatte.

Abnehmen leicht gemacht?

Nun geben die Futter-Hersteller ja immer mindestens bekannt, wie viel Futter man einer durchschnittlichen Katze von vier Kilogramm Körpergewicht geben soll. Allein bei der Angabe von vier Kilo können Romy und ich aber nur lachen. Luzi, Joschi und Cobi auch. Wenn wir dann auch noch solche Mengen reichen würden, wie es für wesentlich kleinere Katzen angemessen sein soll, würden unsere Süßen binnen kürzester Zeit explodieren.

Luzis ehemaliges Standardfutter? Der Hersteller spricht von drei bis vier Tütchen à 85 Gramm pro Tag. Und zwar für Katzen mehr als ein Kilo leichter als meine Fellkugel. Luzi bekam immer zwei Tütchen, allerdings gestreckt mit etwas Kürbispüree. Zudem gab es zwei- bis dreimal am Tag ein wenig Trockenfutter zu Zwecken des Fummelns.

Das hypoallergene Futter, das ich ihr im letzten Frühjahr über Monate hinweg gegeben habe, empfiehlt 315 Gramm für eine Katze, die fünf Kilo wiegt. Luzi bekam 200 Gramm – plus Leckerli. Damit ist sie mir aber auch nicht vom Speck gefallen.

Bei Diätfuttern zur Gewichtsreduktion ist zudem immer von der Futtermenge für das Zielgewicht die Rede. Je nachdem, wie viel Gewicht die Fellkugel verlieren soll, kann der Unterschied zur bisherigen Futtergabe aber ganz schön groß sein. Deshalb habe ich mich zu einer schrittweisen Annäherung entschieden. Was auch ein Grund dafür ist, weshalb das mit dem Gewichtsverlust bei Luz so langsam vonstattengeht. Aber wir haben es auch nicht eilig.

Die passende Futtermenge für Katzen kennt keine pauschale Antwort

Vor einiger Zeit stehe ich mit zwei Kollegen bei einer Veranstaltung. Es ist kurz vor der Nachmittagspause, zu der es Kuchen geben soll. Sage ich mit unterdrückt schlechtem Gewissen: Lecker, Kuchen! Sagt die ausgesprochen schlanke Kollegin: Oh ja, Kuchen! Sagt der etwas kräftigere Kollege: Für mich nicht. Ich bin froh, dass ich abgenommen habe. Da schaut uns die Kollegin an und sagt: Ich wünschte, ich würde mal was auf die Rippen bekommen. Tja, so hat jeder seiner Probleme.

Und die gibt es offensichtlich auch in der Katzenwelt. An der einen mag vielleicht kaum was hängenbleiben, während die andere ihr Futter nur anschauen muss, um zuzunehmen. Das mag ungerecht sein, ändert aber nichts an der Grundidee, dass sich die Futtermenge für Katzen ähnlich wie bei Menschen daran orientieren sollte, wie viel für den Gewichtserhalt nötig ist. Im Einzelfall kann es mehr oder weniger sein.

Letztendlich kommt es immer auf den Einzelfall an. Deshalb stellt dieser Beitrag auch keine Ernährungs- oder Gesundheits-Beratung dar!

Hier betrachte ich nur die passende Futtermenge für Katzen, die ich kenne: Luzi, ihre Nemesis Joschi und dessen Kumpel »Mr. Big« Cobi.

Wenn die Futtermenge für Katzen zu hoch ist, entsteht: Kater Cobi, genannt Mr Big.
»Mr. Big« Cobi macht seinem Spitznamen, den ich ihm verpasst habe, alle Ehre. foto: Romy.

Wie viel Kalorien am Tag braucht Luzi?

Bei meiner Suche nach Antwort auf die Frage nach der passenden Futtermenge stieß ich auf mehrere Ratgeber. Am hilfreichsten fand ich die Informationen von katzen-fieber.de. Ich wollte verstehen, was da genau berechnet wird und wie die Zusammenhänge sind. Das findet sich dort gut erklärt.

Für die Antwort auf die Frage, wie viele Kalorien Luzi und die »Katers« individuell am Tag brauchen, verwende ich hier nur die strengere Variante 1 von Katzen-Fieber. Denn Romys und meine Erfahrungen besagen, dass unsere felligen Freunde als mehr oder weniger träge Wohnungskatzen offenbar nicht viel Energiezufuhr zum Gewichtserhalt benötigen. Geschweige denn zum gesunden Abnehmen. Variante 2 hingegen scheint der Empfehlung der Futter-Hersteller zu entsprechen und nur zu Katzen zu passen, die weit aktiver sind. Unsere drei Engel würden wir auf diese Weise nur mästen.

Eine Katze, die normal aktiv ist, braucht nach Variante 1 zum Erhalt ihres Körpergewichtes:

30 Kilokalorien (kcal) pro Kilogramm (kg) Körpergewicht + 70 Kilokalorien (kcal).

Diese Rechnung kann sogar ich mir gut merken. Das hat was von Tee kochen: Man nehme einen Löffel pro Tasse und noch einen (extra großen) für die Kanne.

Für Luzi (aktuell 5,1 kg schwer) bedeutet das:

5,1 kg x 30 = 153 + 70 = 223 kcal am Tag

Für die Nemesis Joschi (5,5 kg leicht) heißt dies:

5,5 kg x 30 = 165 + 70 = 235 kcal am Tag

Nun ist Luzi zu dick, Joschi hingegen nicht. Als durchaus großer Kater ist Joschi mit seinen 5,5 kg wahrlich schlank. Außerdem bewegt er sich mehr. Und er hat in Cobi einen Kumpel, mit dem er sich alltäglich um die Vorherrschaft im Revier rangelt. Viel zu tun also für Joschi, während Luzi lieber kuschelt.

Kalorienmenge für Katzen, die abnehmen sollen

Für Katzen, die abnehmen sollen, multipliziert man das Ergebnis von oben noch mit 0,8. Die Rechnung sieht wie folgt aus:

Beispiel Luzi:

5,1 kg x 30 = 153 + 70 = 223 x 0,8 = 178,4 kcal am Tag

Joschi muss nicht abnehmen, »Mr. Big« Cobi hingegen schon. Zwar ist auch Cobi ein ausgesprochen großer Kater, der sich mit 5,5 Kilo, die er einst hatte, wie ein mit Fell bespanntes Skelett angefühlt hatte. Aber das Pony, wie ich ihn auch liebevoll nenne, hat diese klapprigen Zeiten lange hinter sich gelassen und ist mittlerweile mehr als stattlich. So stattlich, dass er kürzlich sogar Panzerkreuzer Potemkin genannt wurde… Böse Zungen gehen bei ihm jedenfalls von mindestens 7 Kilo aus.

Beispiel Cobi, aktuelles Gewicht auf mindestens 7 kg geschätzt:

7 kg x 30 = 210 + 70 = 280 x 0,8 = 224 kcal am Tag

Auf Katzen-Fieber finden sich übrigens noch mehr lesenswerte Informationen zum Thema Energiebedarf.

Wie viele Kalorien stecken in einer Futterschale?

Nun wissen wir, wie viel oder wenig unsere drei Süßen brauchen, um ihr Gewicht zu halten (Joschi) oder abzunehmen (Luz und Cobi). Aber wie viele Kalorien stecken in den Futtern, die wir ihnen bieten?

Um das herauszufinden, fragt man am besten den Hersteller. Manche geben diesen Wert auf der Futterpackung oder zumindest auf ihrer Website bekannt. Bei anderen erfordert es, persönlich eine Anfrage zu stellen.

Sicherlich gibt es die Möglichkeit, auch selbst die Energiedichte zu ermitteln. Und in der Tat habe ich mich dieser Aufgabe auch gestellt. Für alle Futtersorten, die für Luz relevant sind, habe ich versucht, die Kalorienmenge pro 100 Gramm zu ermitteln. Allerdings sind meine Ergebnisse immer niedriger ausgefallen als der Wert, den der jeweilige Hersteller bekannt gibt.

180 bis 200 Gramm plus Leckerli?

Nun muss ich aber auch zugegen, dass ich Buchstaben schon immer viel attraktiver fand als Zahlen. Meinen Berechnungen ist nicht wirklich zu trauen und meine Begeisterung dafür recht schnell wieder eingeschlafen. Zumal der Erkenntnisgewinn nicht so groß war. Auch zuvor war mir dank unserer Tierärztin schon klar, dass 180 bis 200 Gramm eines guten Futters für Luz gerade reichen sollten.

Das hypoallergene Futter, das ich Luz letztes Jahr lange gegeben hatte, hat laut Hersteller 93 kcal pro 100 g. Mit zwei Schälchen war Luzi also schon gut versorgt gewesen. Zu den 186 kcal kam aber noch das Fummel-TroFu hinzu. Und das waren locker nochmal 40 kcal am Tag. Insgesamt kamen wir so auf 226 kcal pro Tag. Nicht dramatisch zu viel, aber eben doch mehr, als sinnvoll gewesen wäre.

Diätfutter und der Reiswaffel-Effekt

Nun soll es also Diätfutter richten. Um genau zu sein: Reduktionsdiätfutter. Und da haben wir mittlerweile auch fast alles durch, was der Markt so hergibt.

Der Vorteil bei diesen Futtern: Dank stark verringerter Energiedichte soll die verfressene Katze relativ viel davon bekommen dürfen und dabei auch noch abnehmen. Plötzlich ist also gar nicht mehr von der Futtermenge für Katzen die Rede, sondern von Kalorienmenge.

Um es in Zahlen zu sagen: Die Kalorienmenge variiert von 54 kcal bis zu 73 kcal pro 100 Gramm. Bei Luzis Gesamtbedarf von 178 kcal können es also schon mal über drei Päckchen oder mehr als zwei Schälchen am Tag sein!

Gerade bei den besonders kalorienarmen Angeboten beschlich mich aber allzu schnell das Gefühl, dass das so sein muss, als würde ich den ganzen Tag nur Reiswaffeln essen. Auch von Reiswaffeln kann man irgendwann satt werden. Die Frage ist nur, ob das noch Spaß macht. Und auch selbst wenn von besonders sättigenden Ingredienzen die Rede ist. Reiswaffel bleibt doch Reiswaffel.

Wir haben uns dann also auf ein Diätfutter geeinigt, dass
a) ihr zu schmecken scheint,
b) mit 73 kcal pro 100 Gramm nicht ganz so viel von einer Reiswaffel hat,
c) für mich relativ gut zu beschaffen und
d) nicht ganz so übermäßig teuer ist.

Fummeln muss sein

Zusätzlich bekommt Luzi noch ein spezielles Trockenfutter, das ihren Stuhlgang unterstützen soll. Dieses Trockenfutter dient als Leckerli fürs Fummeln. Also für das, was man auch Active Feeding nennt: Futter, für das Luzi ihr Hirn anstrengen muss. Besprochen sind maximal zehn Gramm am Tag.

Laut Hersteller hat dieses Fummel-TroFu 386 kcal pro 100 Gramm. Dieser Wert verdeutlicht, dass Trockenfutter grundsätzlich wahrlich gehaltvoll ist. Kein Wunder also, dass man erheblich weniger Trockenfutter verfüttern darf, als dies bei Nassfutter der Fall ist. So gibt es eben auch nur maximal 10 Gramm davon am Tag, auf zwei Gaben verteilt.

In den ersten Wochen nach der Diätverordnung hatte ich das Fummeln auf eine Aktion mit 5 Gramm am Tag zurückgefahren. Damit also 20 kcal eingespart. Doch das kann es irgendwie auch nicht sein. Beim Fummeln geht es um so viel mehr als ums Futtern: Beschäftigung, geistige Auslastung, soziales Miteinander. Nur wegen ein paar Kalorien hier zu sparen, das kann nicht sinnvoll sein.

Was ist nun die passende Futtermenge für Katzen wie Luzi und Cobi?

Bliebe ich bei dem hypoallergenen Futter, würde ich ihr zu den üblichen zwei Schälchen (186 kcal) kein Trockenfutter mehr zum Fummeln anbieten dürfen. Das wäre bitter. Weniger von dem Nassfutter aber auch.

Also gibt es ein Diätfutter, das nicht ganz so sehr wie Reiswaffeln daherkommt. Meine Berechnung ergibt, dass Luz, die zum Abnehmen nun 178 kcal zu sich nehmen darf, maximal 2,5 Tütchen à 85 g (62 kcal) von diesem Diätfutter am Tag bekommen sollte. Damit kämen wir auf 155 kcal. Dann bleibt aber nur noch Luft für fünf bis sechs Gramm Trockenfutter.

Besser wäre es also, wenn ich Luz davon überzeugen könnte, dass zwei Tütchen Diätfutter am Tag reichen. Daran arbeiten wir aktuell noch. Immerhin sind wir mittlerweile überhaupt bei ungefähr 2,5 Tütchen angekommen. Am Anfang war unter drei Tütchen fast nichts zu machen!

Zusammen bedeutet das für Luzi:

2,5 Tütchen Diätfutter (155 kcal) und 5-6 Gramm TroFu (20 kcal) fürs Luz = 175 kcal

Auf Dauer – und vor allem auch für den Effekt des Abnehmens – wäre aber eigentlich wünschenswert:

2 Tütchen Diätfutter (124 kcal) und 12 Gramm TroFu (45 kcal) = 169 kcal

Das wäre übrigens auch die Kalorienmenge, die ihrem Zielgewicht entspricht: 169 kcal für eine Katze, die 4,7 kg wiegt.

Futtermenge für Katzen, die schon mal zu dick waren

Leider ist es aber zudem so, dass die Futtermenge für Katzen, die schon mal zu dick waren, noch niedriger angesetzt werden sollte also für Katzen, die zum ersten Mal abnehmen. Der Energiebedarf von Katzen, die einst zu dick waren, soll für den Gewichtserhalt nämlich niedriger sein als der von Katzen, die noch nie gegen ihren überflüssigen Speck ankämpfen mussten.

Davon ist nicht nur Luz, sondern auch Kater Cobi betroffen. Bevor der zu Romy und ihrem Freund kam, hatte er im Tierheim schon mal sehr viel abnehmen müssen.

Gesetzt den Fall, dass Cobi tatsächlich aktuell bei stolzen sieben Kilo angekommen ist und sein Energiebedarf zum Abnehmen entsprechend bei 224 kcal pro Tag liegt, dürfte er also von unserem Diätfutter mehr als dreieinhalb Päckchen am Tag bekommen.

3,5 Tütchen Diätfutter = 217 kcal für Cobi

Ich fürchte aber, Cobi würde das gar nicht so gut gefallen. Er könnte zwar viel mehr futtern, aber – Reiswaffel-Effekt! – wäre noch weniger gesättigt als bisher. Also würde er noch mehr als ohnehin schon auf Joschis Futter schielen. Keine gute Grundlage für den Katerfrieden…

Warum hat Luz wieder zugenommen?

Dank der ganzen Kalorienzählerei weiß ich nun auch endlich, warum Luz über den Sommer und vor allen in den letzten Wochen vor dem letzten Tierarzt-Termin wieder zugenommen hat.

Nicht nur, dass ich grundsätzlich zu großzügig war. Regelmäßig gab es nämlich gekochtes Hühnchen. Teils statt des üblichen Futters, zum Schluss aber auch mal als Leckerli. Als Vegetarierin dachte ich, Hühnchen sei was für Magenkranke: fettarm und leicht verdaulich, also kein Problem. Kann schon sein, nur…

Hühnerbrustfilet hat ungefähr 110 kcal pro 100 Gramm. Also mehr, als jedes Katzenfutter, von dem ich hier gesprochen habe. Ich hätte es nicht so großzügig anbieten dürfen, wie ich es getan habe. Kein Wunder also, dass mein Luz aufgegangen ist wie ein Fellklößchen.

Der Fehler wird mir nicht nochmal passieren. Deshalb ist es echt sinnvoll, sich mit der Frage nach der Futtermenge für Katzen zu beschäftigen und so die passende Menge für eigene Tier zu ermitteln.

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