Erfrischung für Katzen: Hilfe für Luzi im heißen Sommer

Seit Luzi bei mir lebt, haben wir hier in Köln übermäßig heiße Sommer. Ich bin nicht sicher, ob der Zusammenhang kausal ist. Aber der Umstand ist ein Fakt. Und mit dem ist Luzi sicherlich genauso unglücklich wie ich. Nun stelle ich mir deshalb schon zum dritten Mal die Frage, was noch alles eine gute Erfrischung für Katzen sein könnte. Und wie ich Luzi davon überzeugen soll, meine gut gemeinten Angebote auch anzunehmen.

Was ist die passende Raumtemperatur für Katzen?

Meine Recherche nach der passenden Raumtemperatur für Katzen hat zu einem sonderbaren Ergebnis geführt. Einer amerikanischen Studie zufolge soll die bei 30 bis 36 Grad Celsius liegen. Sollte das tatsächlich stimmen, kann es sich bei Luz also nicht wirklich um eine Katze handeln. Ich hatte allerdings schon immer vermutet, sie könnte alternativ auch ein Lamm im Katzengewand sein.

Luz mag es jedenfalls lieber moderat warm. Daran kann kein Zweifel bestehen. Dass es ihr zu warm ist, erkenne ich auch immer leicht an der Position, in der sie den ganzen Tag schläft. Wenn sie sich nicht kuschelig einrollt, sondern gestreckt auf der Seite liegt. Wenn der Fußboden ihr liebster Ort für das Ruhen ist, weil es dort am kühlsten ist. Und wenn sie zudem weniger Interesse an Futter hat, dann weiß ich: Luz braucht Erfrischung.

Luzi schläft nur auf der Seite, wenn ihr zu warm ist
So schläft Luzi nur im heißen Sommer: auf der Seite

Katzen können kaum schwitzen

Dummerweise können Katzen – ebenso wie Hunde – kaum schwitzen. Ein bisschen was tut sich an den Pfoten, am Mäulchen und am Popo. Aber so richtig für die eigene Kühlung sorgen, wie wir Menschen das durch Schwitzen machen, können Katzen nicht. Putzen hilft ein bisschen. Wenn es ganz dicke kommt, auch Hecheln. Aber viel mehr geht leider nicht.

Also muss der Mensch ran und zumindest ein bisschen für Erfrischung sorgen. Nur ist das leichter gesagt, als getan. Wenn es an Tagen wie aktuell weit über 30 Grad hat und auch die Nächte in der Stadt fast keine Abkühlung bieten – woher soll dann die Abkühlung kommen?

Die üblichen Tipps gegen Hitze

Die üblichen Tipps gegen Hitze funktionieren immer nur dann, wenn die Nachtstunden auch tatsächlich für Erfrischung sorgen. Und hier reden wir nicht nur von Erfrischung für Katzen. Ich würde auch davon profitieren, würde es nachts tatsächlich abkühlen. Sagen wir: auf 20 Grad. Die gelten zwar schon als tropisch, wären aber ein echter Kälteschocker im Vergleich zu den Temperaturen, die es zur Zeit in den frühen Morgenstunden hat.

Natürlich bleiben in Luzis Revier unter den gegebenen Umständen tagsüber alle Fenster dicht. Direkte Sonneneinstrahlung haben wir nur für kurze Zeit in den frühen Morgenstunden. Dennoch habe ich außen vor einer der Balkontüren eine Rettungsdecke installiert. In der Hoffnung, dass die nicht nur Sonnenstrahlen, sondern auch heiße Luft reflektieren kann. Bis vor Kurzem hätte ich auch behauptet, dass das funktioniert. Allein im Moment fehlt mir der Glaube.

Wenn tagsüber also alles dicht ist und die Nacht viel zu heiß zum Lüften, bleiben nur die frühen Morgenstunde. Zur Zeit weiß ich Luzis Frühaufsteherei also echt zu schätzen. So sage ich tatsächlich solche Dinge wie: »Wecke mich mal so um fünf Uhr.« Meist weckt sie mich dann erst so gegen sechs Uhr. Das ist aber auch okay, geht es mir nämlich nur darum, früh morgens die Balkontür aufzureißen. Manchmal setzen wir uns dann gemeinsam vor diese Tür und genießen die relativ kühle Morgenluft.

Kühlmatte auch für Katzen

Die Kühlmatte als Erfrischung für Katzen
Immerhin! Bis vor Kurzem hatte Luzi die Kühlmatte komplett gemieden.

Auch die Kühlmatte gehört in den Bereich der Erfrischung für Katzen. Also habe ich mal irgendwann im Winter, als die Dinger besonders preiswert waren, eine gekauft. Mit dem Erfolg, dass ich im folgenden Sommer selbst hin und wieder darauf lag. Luzi jedenfalls hat das Ding konsequent ignoriert.

Im Sommer zuvor hatte ich es mit Kühlpacks probiert. Ein solches hatte ich in ein Handtuch gewickelt und dann versucht, es ihr schmackhaft zu machen. Allein Luzi wollte nicht.

Nun mussten mal wieder Leckerli heran, um Luz zu zeigen, dass diese blaue Matte echt nicht beißt und auch sonst gar nicht schlimm ist. Das hat dann auch ganz gut geklappt. Sogar Sitz! hat sich darauf gemacht. Ohne Leckerli aber ist das Höchste der Gefühle ein vorsichtiges Ablegen der Pfötchen.

Luftkühlung und -zirkulation

Nicht nur für die Luzi, sondern vor allem für mich selbst, habe ich dieses Jahr zwei sogenannte Luftkühler ausprobiert und schließlich einen Luftzirkulator angeschafft. Sogar ein Klimagerät stand mal für kurze Zeit zur Diskussion, war aber aus guten Gründen (so vor allem Stromverbrauch und Abluftschlauch) schnell kein Thema mehr.

Entgegen meiner Befürchtungen fand Luz die Luftkühler nur vorübergehend ein bisschen spooky. Sie jedenfalls war nicht der Grund, warum die Dinger hier nicht lange überlebt haben. Zu laut, war vor allem anderen, das gegen ihren Verbleib sprach, meine Erkenntnis. Diese Einschätzung dürfte Luz geteilt haben. Schließlich hört sie wesentlich besser als ich.

Dann kam der Zirkulator, der sicherlich auch keine Wunder bewirken kann. Immerhin sorgt er aber für eine Brise im Raum. Gut daran ist vor allem, dass diese auch indirekt funktioniert. Und das wiederum funktioniert eigentlich auch mit einem normalen Ventilator. Statt den in den Raum hinein pusten zu lassen, kann man ihn auch auf eine Zimmerecke richten. Der Luftstrom stößt sich dann ab und sorgt so für besagte Brise.

Ich selbst könnte – vor allem bei immer höheren Temperaturen – auch auf die Idee kommen, aus der Brise einen mittelschweren Sturm zu machen. Mit dem Zirkulator wäre das durchaus möglich. Doch wäre das wahrscheinlich nicht nur für Luz nicht gut. Nicht nur sie könnte sich erkälten.

Die beste Katzen Erfrischung: Bürsten und nasse Hände

Eine echte Erleichterung ist sicherlich das Entfernen all der Haare aus dem Fell, die ohnehin nicht mehr bleiben möchten. Dieser Tag ist der Erfolg einer Chez-Luzi-Behandlung maximal beeindruckend. Stundenlang könnte ich sie bürsten – und noch immer würden sich Haare in Massen lösen. Luzi nimmt diese Hilfe jedenfalls sehr dankbar an, schnurr schnurr.

In meinen Augen ist für die Luz aber die allerbeste Erfrischung, wenn ich sie mit nassen Händen streichle.

Es mag Katzen geben, die mögen Wasserspiele. Habe ich auch schon ausprobiert, wenn auch mehr, um sie zum Trinken zu animieren. Das mit dem Trinken funktioniert dieser Tage vergleichsweise gut. Das mit dem »Sie baden gerade Ihre Pfötchen drin« hingegen nicht.

Auch ein feuchtes Tuch würde sich Luzi niemals über den Körper legen lassen. Habe ich ausprobiert. Gefiel ihr nicht. Was mich jetzt nicht gewundert hat. Sie legt sich ja auch nicht unter eine Decke, wenn es ihr zu kalt ist. Andere Katzen mögen das tun. Luzi nicht.

Aber sie mit nassen Händen streicheln, das funktioniert bei der Luz richtig gut. Für Streicheln ist sie eh immer zu haben. Vielleicht spürt sie direkt die Verdunstungskühlung, die damit einhergeht. Und vielleicht fühlt es sich so an wie damals, als ihre Mama sie abgeschleckt hat. Vielleicht ist es ist ihr aber auch einfach wurscht, dass ihr Fell danach feucht ist. Auf jeden Fall hat sie nichts dagegen. Hauptsache Streicheln.

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