Corona Schnelltest falsch positiv – oder was?

Als hätte Luz gewusst, dass es ein schlimmer Tag wird, hat sie mich an dem Morgen besonders liebevoll geweckt. Statt Zupfen am Kissen oder Pfote ins Gesicht gab es gleich mehrere Küsschen auf die Nasenspitze. Herzallerliebst! Der Rest des Tages war dann aber leider nicht so toll. Zu meinem Entsetzen war mein Corona Schnelltest nämlich (falsch?) positiv.

Meine erste rote Warnung der Corona App

Es begab sich, dass ich am ersten einigermaßen freundlichen Tag nach den Stürmen mal wieder vor die Tür wollte. In der Wohnung noch hatte ich schnell einen Blick aufs Telefon geworfen, da war noch alles gut. Nun vor der Haustür, noch im Hausflur, wollte ich nur schnell die Musik starten. Doch da vermeldete mir die Corona-Warn-App in leuchtendem Rot, dass ich »Begegnungen an 1 Tag mit erhöhtem Risiko« gehabt hätte.

Uff, dachte ich.

Manch andere/r zuckt jetzt wahrscheinlich nur mit den Schultern. Aber mich hat das erst einmal beeindruckt. Denn tatsächlich gehöre ich noch zu jenen, die denken, dass die Corona-Warn-App gar nichts anderes kann, als grün zu zeigen.

Würde ich unterwegs nicht immer Musik hören, ich hätte die Meldung gar nicht gesehen und wäre einkaufen gegangen. So aber habe ich auf dem Absatz kehrtgemacht und bin zurück in die Wohnung. Sehr zu Luzis Verwunderung. Von der hatte ich mich fünf Minuten zuvor nämlich noch aufwändig verabschiedet.

Der erste Corona Schnelltest meldet negativ

Nun führe ich mit der Corona-Warn-App Tagebuch. Aber auch ohne dies wusste ich, dass ich an dem entsprechenden Tag niemandem ohne Maske begegnet war. Ich war in drei Geschäften gewesen: Supermarkt, Drogerie, Bäckerei. Nirgendwo länger als nötig.

Dennoch machte ich direkt meinen ersten Corona Schnelltest und erhielt – wie erwartet – ein negatives Ergebnis. So weit, so gut, dachte ich. Es war ja auch erst der dritte Tag nach der möglichen Infektion. Deshalb meldete ich der Freundin, die zwei Tage später zum Frühstück kommen wollte, dass wir unser Treffen wohl besser verschieben.

Die Freundin rief dann an und meinte, dass ich mich nicht verrückt machen soll. Sie selbst würde die App gar nicht nutzen. Wegen ihres beruflichen Kundenkontakts würde die ihr dann doch nur ständig rot zeigen. Das macht doch nur wahnsinnig.

Also einigten wir uns darauf, dass ich mich vor unserer Verabredung noch einmal teste und wir dann telefonieren. Und genau dieser Corona Schnelltest war dann falsch (?) positiv.

Corona Schnelltest falsch (?) positiv

Ohne die Warnung der Corona App hätte ich niemals an diesem Morgen einen Test gemacht. Warum auch? Schon allein wegen des miesen Wetters war ich die Tage zuvor gar nicht vor der Tür gewesen. Und bei den bereits erwähnten nötigen Einkäufen hatte ich immer eine Maske getragen, selbst draußen vor den Läden. Symptome hatte und habe ich auch keine. Warum also für unnötigen Müll sorgen?

Mit dem Hintergrund der Warnung und in Hinblick auf den Besuch der Freundin habe ich mich aber getestet. Und dies mit dem besten Schnelltest, den ich zur Verfügung hatte. Den hatte ich von einer befreundeten Ärztin bekommen. Und bei der Prüfung über die Liste des Paul-Ehrlich-Instituts hatte ich festgestellt, dass er vergleichsweise sichere Ergebnisse liefert.

Nicht beachtet hatte ich hingegen, dass dieser Test etwas anders funktioniert als andere. Bei diesem soll man nämlich mindestens zwei Minuten warten, bis man die mit dem eigenen Nasensekret kontaminierte Lösung in den Teststreifen träufelt. Ich aber hatte wie sonst üblich direkt geträufelt.

Und nun das: ein positives Ergebnis! – Oder doch eher ein Corona Schnelltest, der falsch positiv war?

Ein zweiter Test musste her.

Der zweite Corona Schnelltest blieb negativ

Nun hatte ich noch ein zweites Exemplar dieses speziellen Corona Schnelltests. Und diesmal beachtete ich die Pause zwischen Rühren und Tröpfeln. Es gab allerdings noch einen weiteren Unterschied: Vor diesem zweiten Test hatte ich mir die Nase geputzt.

Mittlerweile habe ich gelesen, dass man so einen Schnelltest am besten morgens macht. Vor allem anderen wie Kaffeetrinken oder Zähneputzen. Das hatte ich bei beiden Tests so eingehalten. Nur war meine Nasenschleimhaut beim zweiten Test halt viel trockener als beim ersten.

Sind das nun die Erklärungen dafür, warum der erste Corona Schnelltest falsch positiv war? Oder war der zweite falsch negativ?

Ein Bürgertest musste her.

Und die Freundin, die noch für mich einkaufen gegangen war, bekam dafür leider kein Frühstück von mir.

Auch der Bürgertest war negativ

Einer befreundeten Praxis sei Dank konnte ich mich noch am selben Vormittag offiziell testen lassen. Und auch hier blieb das Ergebnis negativ.

Damit muss ich nun leben. Denn selbst wenn mir der Sinn danach stünde, mir mit einem Wattstäbchen an der Rachenhinterwand kratzen zu lassen (und dem Tester dann augenblicklich vor die Füße zu kotzen – ich bin leider extrem empfindlich im Rachen). Ein PCR-Test ist mit dem Ergebnis des Bürgertests gar nicht mehr drin.

Also verhalte ich mich jetzt so, wie es das Land Baden-Württemberg empfiehlt: Nach positivem Selbsttest und dem negativen Bürgertest habe ich mich »in Absonderung« begeben und meine Angehörigen informiert. Auch Luz weiß jetzt also Bescheid. Meine Freunde und die Nachbarin auch.

In dieser freiwilligen Isolation werde ich mich nun weiterhin jeden Morgen testen. Und wenn nach einer Woche die Ergebnisse noch immer negativ sind, entscheide ich, dass der eine Corona Schnelltest halt wirklich falsch positiv war.

Corona Schnelltests und die Omikron-Variante

Auf die Ergebnisse von Antigen-Schnelltests sollte man vielleicht doch nicht so viel geben. Jedenfalls nicht, seitdem Omikron das Spiel übernommen hat. Der Eindruck entsteht jedenfalls, wenn man anfängt danach zu googeln. Googles Autovervollständigung spricht da Bände.

Zwar gibt es diese lange Liste der vom Paul-Ehrlich-Institut bewerteten Schnelltests. Aber erstens kommen wir ohnehin nicht an alle ran, die dort genannt sind. Wir nutzen also doch eher die Handvoll, die hierzulande bei den üblichen Discountern und Drogerien erhältlich sind. Und ob die nun auch noch in der Lage sind, Omikron zu erkennen, ist fraglich.

Aktuell geht die Nachricht rund, dass eine Münchner Studie genau dieses Problem belegt: Acht von neun der hierzulande meistgenutzten Schnelltests weisen Omikron schlechter nach als Delta. Welche Tests dies sind (und welcher demnach gut wäre), nennen die Quellen leider nicht. Auch in der Studie selbst konnte ich diese Info nicht finden. Allein glaube ich verstanden zu haben, dass diese Tests bei mittlerer Omikron-Viruslast besonders schlecht abschneiden.

Romy, die mir vorhin noch einen Schwung von diesen mittelmäßigen Schnelltests vorbeigebracht hat, und ich sind uns einig: So ein Test sagt eigentlich nichts aus. Kann sein, dass man tatsächlich nicht infiziert ist. Kann sein, dass man es doch ist. Trotz negativem Test.

Was bleibt, ist, sich und andere mit Abstand und Maske zu schützen. Und nach positivem Schnelltest – wie falsch auch immer – freiwillig zu Hause zu bleiben.

Corona Schnelltest falsch positiv oder falsch negativ?

Auch bei falsch positivem Corona Schnelltest braucht es ein wenig Trost von der Luz
ein bisschen Schmusen hilft immer

Eines ist nur klar: Mindestens eines von meinen Schnelltest Ergebnissen ist auf jeden Fall falsch. Man kann nicht positiv und negativ zugleich sein.

Bis ich zu einer abschließenden Antwort komme, werde ich also noch ein bisschen in meinen vier Wänden bleiben. Denn für eine, die ohnehin im Homeoffice arbeitet – auch ohne Corona – und dreimal geimpft ist, macht es eh keinen großen Unterschied.

So auch nicht für Luz. Als alter Homeoffice-Profi weiß sie meine nun tagelang ununterbrochene Anwesenheit durchaus zu schätzen. Und ganz sicher weiß sie, was sie tun muss, damit sich unsere Schmuseeinheiten schön in die Länge ziehen. Im Zweifel einfach nicht aufstehen!

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