Auch Katzen können Balancekissen

Was mir mein Balancepad ist, ist der Luz nun ihr Balancekissen. Denn nicht nur Hunde können auf dem Balancekissen üben – Katzen können das auch! Selbst eine reifere Katzendame mit Arthrose schafft es, sich auf diesen wackeligen Untergrund zu setzen oder zu stellen. Vor allem, wenn es dafür Leckerli gibt.

Balancekissen statt Balancepad für Katzen

Für mich selbst hätte ich nicht auch noch ein Balancekissen gekauft. Ich habe ein (mittlerweile schon ganz schön ramponiertes) Balancepad, das reicht mir eigentlich.

Für Luzi hingegen (die nicht allein für den Zustand zuständig ist) ist das Pad viel zu fest. Oder sie ist viel zu leicht. Ein Satz, den ich sonst nicht so schreiben würde, hüstel.

Wenn sie auf dem Pad steht, versinkt sie mit ihren Pfoten jedenfalls kaum. Auf dem Bett zu laufen, dürfte für sie weit anstrengender sein. Sich auf unserem sogenannten Trampolin (das ich ja nicht entsorgen durfte, wie sie mir erklärt hatte) zu bewegen, auf jeden Fall auch. Und mit den Vorderpfoten auf dem Pilatesball zu stehen, dürfte für sie richtig herausfordernd sein. Dennoch macht sie all dies mit – und hat auch Spaß daran.

Nun bin ich also über dieses Balancekissen gestolpert. Im Supermarkt. Sozusagen in der Kaffeeabteilung. Mitgenommen habe ich es aber nicht nur, weil es vergleichsweise preiswert war. Im ersten Moment dachte ich, es könnte uns beiden dienen. Also nicht nur der Luz. Aber wenn ich es auch selbst nutzen wollte, müsste ich es ständig aufpumpen. Beziehungsweise die Luft wieder ablassen, wenn die Luz es nutzen soll.

So hat also jede von uns jetzt ihren eigenen instabilen Untergrund: Ich mein Pad, sie ihr Kissen.

Erste Begegnung mit dem Balancekissen

Aus dem schnöden Balancekissen für Menschen wurde folglich eins für Katzen. Und das kam auch sofort richtig gut an. Warum? Natürlich weil es Leckerli gab.

Bei der ersten Begegnung wollte ich Luz einfach nur bekanntmachen mit dem neuen Turngerät. Sie dazu bringen, nicht nur daran zu schnüffeln und es dann zu ignorieren (wie bei der neuen Katzenschaukel auf dem Balkon geschehen). Vielmehr wollte ich, dass sie zumindest mal darüber hinwegläuft. Es unter ihren Pfoten spürt und realisiert, dass es eine ganz schön wackelige Angelegenheit ist.

Also habe ich ihr ein Leckerli vor die Nase gehalten – und siehe da, keine Berührungsängste mit dem neuen Teil. Nicht nur das: Nur kurze Zeit später stand sie schon genauso auf dem Kissen, wie ich mir das vorgestellt hatte.

Isometrische Übungen für Katzen auf dem Balancekissen

Luzi macht für Leckerli auch ihre Übungen auf ihrem Balancekissen, das nicht nur für Katzen ist
Luz auf ihrem Balancekissen für Katzen (und ihre Menschen)

Was wir da machen – sie auf ihrem Kissen, ich auf dem Pad – hat ja auch einen schönen Namen. Isometrische Übungen nennt es sich. Konkret bedeutet es, dass man ohne große Bewegung die Muskeln trainiert. In dann eben haltenden Positionen.

Für Luz und mich ist das gerade die richtige Art von Sport, da sind wir uns einig. Ich meine, wenn ich bedenke, dass so eine Freigänger-Katze pro Tag mal locker zehn, fünfzehn, wenn nicht gar noch viel mehr Kilometer zurücklegt… Luz bescheidet sich hingegen mit unseren zwölf Metern Catwalk, den sie eine Handvoll Mal am Tag entlangschreitet.

Aber auch ich selbst komme ganz sicher nicht auf die geforderten zehntausend Schritte pro Tag. Die schaffe ich bestenfalls beim Wochenend-Spaziergang. Mit sitzendem Job bin ich schon froh, wenn ich immerhin tausend Schritte am Tag mache.

In dem Kontext sind wenige, dafür aber anstrengende Halteübungen ganz unser Ding. Und die haben wir ja schon in unseren Alltag integriert.

So weiß Luzi, was zu tun ist, wenn ich auf dem Balancepad knie. Steht der Pilatesball vor mir, geht es auf mit den Vorderpfoten auf diesen Ball. Ansonsten steht sie mit den Vorderpfoten auf meinen Knien.

Dass sie aber mit den Füßen auf den Ball (und vorne auf dem Boden oder auf meinen Knien) steht, haben wir so noch nicht hinbekommen. Und dafür ist jetzt das Balancekissen gedacht.

Wie war das nochmal mit dem Klicker?

Was bei der ersten Begegnung mit dem Balancekissen direkt so toll geklappt hat, wollte die nächsten Tage nicht wieder passieren. Luz tat alles dafür, eben nicht mit den Füßen auf diesem wackeligen Ding stehen zu müssen. Also holte ich nach langer Zeit mal wieder den Klicker mit Targetstab hervor.

Vier Jahre ist es her, da ich mit Luz angefangen hatte zu klickern. Und dabei eben leider nicht alles richtig gemacht hatte. Statt ihr beizubringen, dem Target zu folgen, hatte ich ihr beigebracht, es zu suchen. Großer Unterschied!

Den Luz aber auch vier Jahre später immer noch kennt. Die Konditionierung hat also mal richtig gut funktioniert.

Für den aktuellen Anlass ist der Unterscheid aber nicht so wichtig. Wichtiger ist: Luz sah nun nach fast vier Jahren wieder den Klicker – und fing direkt an zu schnurren. Auch weiß sie noch, was zu tun ist. Nämlich das Target zu suchen und es mit dem Näschen zu berühren.

Nun kommt es also nur auf meine Exaktheit an. Ich muss das Target so ausrichten, dass Luz gar nichts anderes übrigbleibt, als auf das Balancekissen zu steigen und sich von dort aus mit den Vorderpfoten auf meine Knie zu stützen.

Wenn wir das perfektioniert haben, schauen wir uns mal weitere Übungen an. Zum Beispiel solche wie in diesem Video. Das fängt schon gut an mit Rückwärtslaufen, was wir auch noch nicht im Programm haben.

So oder so stellen also auch wir unter Beweis, dass Balancekissen nicht nur für Hunde gut sind. Auch Katzen können Balancekissen!

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